Indien und Usbekistan vertiefen die Beziehungen, streben Handel im Wert von $5 Mrd. und langfristige Uranlieferungen an
Die beiden Regierungen haben die Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien, Verteidigung, digitalen Zahlungen und Verkehr ebenfalls ausgeweitet.

Indien und Usbekistan haben die Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft ausgebaut und während des Staatsbesuchs von Premierminister Narendra Modi in Taschkent ein Handelsziel von $5bn (€4.29bn) für 2030 festgelegt. Neu-Delhi erklärt zudem, dass die beiden Seiten kurz davor stehen, ein neues langfristiges Uranlieferabkommen zu unterzeichnen.
Die Gespräche führten zu Vereinbarungen und Verpflichtungen in den Bereichen Handel, Energie und Sicherheit und erweiterten die Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien, Verteidigung und digitaler Infrastruktur.
Das indische Außenministerium erklärte, es habe „positive Gespräche“ gegeben und dass ein Abkommen „sehr bald“ unterzeichnet werden könne. Das Ministerium fügte hinzu, dass ein während des Besuchs unterzeichnetes Memorandum über Bergbau und geologische Ressourcen die Zusammenarbeit bei kritischen Mineralien, einschließlich Uran, unterstützen werde.
Indien importiert bereits Uran aus Usbekistan im Rahmen eines Vertrags von 2019, der 1,100 metric tonnes of natural uranium concentrate für Lieferungen bis 2026 umfasst. Eine im März 2025 veröffentlichte Parlamentsantwort besagte, dass Indien bis dahin 600 metric tonnes unter dem Abkommen erhalten habe.
Indien nutzt das importierte Uran in zivilen Kernkraftwerken, die unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) stehen. Neu-Delhi plant, die nukleare Erzeugungskapazität bis 2047 auf 100 GW auszubauen.
Handel und digitale Zahlungen
Präsident Mirziyoyev erklärte, der bilaterale Handel sei im vergangenen Jahr um 33% auf $1.3bn (€1.12bn) gestiegen. Die beiden Staatschefs wollen diese Zahl nun bis 2030 auf $5bn (€4.29bn) erhöhen.
Die gemeinsame Erklärung fordert Maßnahmen zur Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse, zur Verbesserung des Marktzugangs und zur Stärkung von Fertigungs- und Lieferketten. Die beiden Regierungen werden eine Arbeitsgruppe einrichten, um Handels- und Investitionsbarrieren zu adressieren und die nächsten Schritte nach Abschluss einer Machbarkeitsstudie zu einem möglichen usbekisch-indischen Präferenzhandelsabkommen zu prüfen.
Digitale Zahlungen wurden ebenfalls zu einem konkreten Ergebnis. Ein kommerzielles Abkommen zwischen Indiens NPCI International Payments Limited und dem usbekischen National Interbank Processing Centre würde es indischen Reisenden ermöglichen, nach Umsetzung UPI‑fähige Zahlungs‑Apps in Usbekistan zu nutzen. Indische Beamte rechnen mit einer Einführung innerhalb von etwa einem Jahr.
Beide Seiten unterstützten zudem eine verstärkte Nutzung multimodaler Transportwege, um die Frachtkosten zwischen Indien und dem Binnenland Usbekistan zu senken.
Weitere Vereinbarungen betrafen Bildung, Umweltkooperation und engere Verbindungen zwischen indischen und usbekischen Regionen.
Verteidigung und regionale Zusammenarbeit
Ein neuer Mechanismus auf Ebene der Außenminister wird die erweiterte Partnerschaft überwachen, während die bestehende zwischenstaatliche Kommission auf Ministerebene aufgestuft wird.
Die beiden Länder einigten sich zudem darauf, die Verteidigungs‑ und Sicherheitskooperation auszubauen. Die gemeinsame Erklärung nennt neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit ihrer Rüstungsindustrien, während Indien und Usbekistan bereits die gemeinsame Militärübung Dustlik durchführen.
Beide Seiten bekräftigten einen Null‑Toleranz‑Ansatz gegenüber Terrorismus und forderten eine intensivere Zusammenarbeit beim Informationsaustausch, bei der Strafverfolgung und der Terrorismusbekämpfung.
Im multilateralen Bereich bekräftigte Usbekistan seine Unterstützung für Indiens Antrag auf ein dauerhaftes Mitgliedschaftsrecht im reformierten UN‑Sicherheitsrat.
Die beiden Staatschefs versprachen zudem eine engere Koordination innerhalb der Shanghai‑Kooperations‑Organisation und bei Themen des Globalen Südens.
Bildung, Kultur und zwischenmenschliche Beziehungen
Der Tourismus soll ebenfalls ausgebaut werden. Die usbekische Präsidentschaft hob ein 30‑tägiges Visum‑frei‑Regime und 14 wöchentliche Flüge zwischen den beiden Ländern hervor, während die Regierungen ein Tourismus‑Kooperationsprogramm für 2026–2028 verabschiedeten.
Vier indische Universitäten sind in Usbekistan tätig und etwa 16,000 indische Studierende, viele im Medizinstudium, sind im Land eingeschrieben. Indien kündigte zudem 100 Stipendien für usbekische Studierende an, die Hindi studieren.
Modi nahm außerdem an einer von der Yoga‑Federation Usbekistans organisierten Sitzung teil.
Modi wurde zudem mit dem Oliy Darajali Do‘stlik‑Orden ausgezeichnet, den die indische Regierung als Usbekistans höchste Ehrung für ausländische Staatschefs bezeichnet. Es war sein vierter Besuch in Usbekistan, während die beiden Länder 15 Jahre strategische Partnerschaft feierten.
„Eine stärkere Indien‑Usbekistan‑Partnerschaft wird eine kraftvolle Triebkraft für Frieden, Fortschritt und Wohlstand in Zentralasien sein“, sagte Modi nach den Gesprächen.


