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Technologie03. September 2026

Bevor New York City, hatte Norwegen bereits KI in Schulen verboten

Dieser Schritt folgt darauf, dass New York City im letzten Jahr die Nutzung von Smartphones in Schulen eingeschränkt hat, und wurde in den sozialen Medien wie X breit unterstützt.

Bevor New York City, hatte Norwegen bereits KI in Schulen verboten

Monate bevor New York City generative KI aus den Klassenräumen verbot, hatte Norwegen sie bereits landesweit verboten — und damit eine Lücke im KI‑Regelwerk der EU aufgezeigt.

Norwegen verbot generative KI bereits im Juni in seinen Grundschulen und wurde damit zu einem der ersten Länder weltweit, das in den Klassenräumen eine klare Grenze zog – Monate bevor der größte Schulbezirk der USA dem folgte.

Das norwegische Verbot, das Ende August in Kraft trat, gilt für die Klassen 1 bis 7 und erlaubt eine überwachte Nutzung nur bis zum Alter von 16 Jahren.

Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre erklärte, die Technologie könne Kinder dazu verleiten, grundlegende Schritte beim Lesen, Schreiben und einfachen Rechnen zu überspringen – Bedenken, die seitdem auch auf der anderen Seite des Atlantiks widerhallen.

Italien hat einen milderen, aber dennoch restriktiven Ansatz gewählt. Das Gesetz 132/2025 verlangt seit Oktober letzten Jahres die elterliche Zustimmung für die Nutzung von KI durch Kinder unter 14 Jahren, anstatt ein generelles Verbot auszusprechen – ein zweites, eigenständiges Modell zur Regulierung von KI in Klassenzimmern, das nun in der EU gilt.

Dennoch behandelt das KI‑Gesetz der Europäischen Union das zentrale Werkzeug beider Länder nicht direkt.

Die Gesetzgebung stuft Bildung gemäß Anhang III als „hohes Risiko“ ein, jedoch bezieht sich das nur auf Systeme, die von Institutionen für Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden, etwa bei Zulassungsentscheidungen, Prüfungsüberwachung und der Bewertung von Lernergebnissen.

Sie deckt nicht die generativen KI‑Werkzeuge ab, die Schülerinnen und Schüler selbst nutzen, etwa Chatbots zur Unterstützung beim Hausaufgaben‑Schreiben. Diese Verpflichtungen gelten noch nicht: Eine als „Digitales Omnibus“ bekannte Überarbeitung hat die Frist für die Einhaltung von Anhang III auf Dezember 2027 verschoben.

Eine EU‑weite Regel ist jedoch bereits verbindlich. Artikel 4 des KI‑Gesetzes verlangt seit Februar 2025 von Unternehmen, die KI einsetzen, eine „ausreichende KI‑Kompetenz“ sicherzustellen – eine Vorgabe, die den von New York erst jetzt eingeführten Kompetenzkursen vorausgeht und ihnen sehr ähnlich ist.

  • Politiker lassen KI Reden und Gesetze schreiben, ohne die Wähler zu informieren, heißt es in einer Studie.
  • OpenAI führt ChatGPT für Jugendliche mit neuen Sicherheitsvorkehrungen ein.

New York holt auf

New York City ist zum größten Schulbezirk in den Vereinigten Staaten geworden, der dem europäischen Beispiel folgt.

Bürgermeister Zohran Mamdani und Schulkanzler Kamar Samuels kündigten am Mittwoch ein einjähriges Moratorium für generative KI, die Schülerinnen und Schülern von der Vorschule (2‑K) bis zur achten Klasse zur Verfügung steht, an. Das betrifft fast 600 000 Lernende, also etwa zwei Drittel der gesamten öffentlichen Schulinschrift der Stadt.

Die Stadt wird zudem KI‑Funktionen in über 38 zuvor genehmigten Klassenprogrammen deaktivieren, die ihre neuen Sicherheitsstandards nicht erfüllen, und Begleit‑Chatbots in allen Klassenstufen verbieten.

Lehrkräfte dürfen KI weiterhin für die Unterrichtsplanung einsetzen, jedoch nicht für die Bewertung oder das Krisenmanagement.

Gymnasien sind nur eng begrenzt ausgenommen. Bis zu 50 000 Schülerinnen und Schüler können an streng überwachten Pilotprogrammen teilnehmen, begrenzt auf fünf Klassen pro Schule, während alle anderen Gymnasiasten halbjährlich KI‑Kompetenzunterricht erhalten.

„Die Technologiebranche will uns glauben machen, dass KI‑gestützte Frühbildung nicht nur unvermeidlich, sondern notwendig ist“, sagte Mamdani. „Wir sehen das nicht so.“

Ein Flickenteppich‑Ansatz auch in den USA

Das Moratorium von New York folgt einem ähnlichen, wenn auch weniger formellen Schritt des Los Angeles Unified School District, des zweitgrößten Schulbezirks des Landes, der vorübergehend den Zugriff auf generative KI‑Werkzeuge auf Schülergeräten in allen Klassenstufen blockiert, während er eine dauerhafte Richtlinie entwickelt.

Los Angeles verbot im Juni im Rahmen einer umfassenderen Bildschirmzeit‑Politik schulisch ausgegebene Geräte für seine jüngsten Schülerinnen und Schüler vollständig.

Mindestens 37 US‑Bundesstaaten haben offizielle KI‑Leitlinien für Schulen veröffentlicht, obwohl es keine einheitliche Definition von KI‑Kompetenz oder Einigkeit darüber gibt, wie sie vermittelt werden soll.

Der Plan von New York hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Michael Mulgrew, Präsident der United Federation of Teachers, begrüßte die neuen Bildschirmzeit‑Grenzen, bemängelte jedoch, dass die KI‑Politik „viele Fragen offen lässt“, etwa wie das Bildungsministerium der Stadt sicherstellt, dass die gekaufte Software ausreichende Schutzmaßnahmen enthält.

Josh Golin, Geschäftsführer der Kinderrechtsorganisation Fairplay, erklärte, ein einjähriger Prüfungszeitraum sei zu kurz und argumentiere, die Verantwortung liege bei den KI‑Unternehmen, nachzuweisen, dass ihre Produkte sicher, wirksam und nicht zum Schummeln anregen.

Die Schülerinnen und Schüler der öffentlichen Schulen von New York City kehren nächste Woche in die Klassenräume zurück.

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