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Technologie04. September 2026

IFA 2026: Wie könnte das Zuhause der Zukunft aussehen?

Von KI‑gesteuerten Geräten und Smart‑Betten bis hin zu vernetzten Haustier‑Gadgets und Roboterhunden – The Debate besuchte die IFA 2026 in Berlin, um zu sehen, wie neue Technologien das Leben zu Hause neu gestalten könnten.

IFA 2026: Wie könnte das Zuhause der Zukunft aussehen?

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant, und ihre wachsende Rolle im Alltag wird auf der diesjährigen IFA in Berlin, der weltweit größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte, eindrucksvoll gezeigt.

Unter dem Motto „The Future is Now“ zeigt die Veranstaltung, wie aufkommende Technologien das tägliche Leben neu gestalten – von Mobilität bis hin zur verstärkten Nutzung von KI in Geräten und Diensten – mit mehr als 1.900 Marken aus 49 Ländern, die auf der IFA 2026 vertreten sind.

Nirgendwo ist dieser Wandel deutlicher sichtbar als im Zuhause. Die Branche blickt zunehmend über das „smart home“ hinaus hin zu dem, was sie das „intelligent home“ nennt, in dem Technologie mehr tut, als nur Befehle auszuführen – sie lernt, passt sich an und antizipiert die Bedürfnisse der Menschen.

Ein einfacheres Alltagsleben?

Seit Jahren ist eines der Hauptversprechen von Smart‑Home‑Technologie und KI, das Alltagsleben zu erleichtern. Auf der IFA 2026 bleibt das ein zentrales Thema, wobei im Ausstellungsbereich Haushaltsgeräte präsentiert werden, die Aufgaben übernehmen sollen, die viele Menschen lieber nicht selbst erledigen.

Haier showcases its connected home technology at IFA 2026 in Berlin

Der nächste Schritt geht jedoch über das reine Ausführen der Arbeit hinaus. Hersteller entwickeln zunehmend Geräte, die auch bei der Planung und Entscheidungsfindung hinter den täglichen Haushaltsaufgaben unterstützen können.

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Ein Beispiel ist eine von Haier vorgestellte Waschmaschine. Ausgestattet mit einer integrierten Kamera und KI kann das Gerät erkennen, was in die Trommel gelegt wurde, und den Nutzer warnen, wenn beispielsweise eine rote Socke versehentlich unter weißen Kleidungsstücken gelandet ist.

Die Idee ist, einen Teil des Denkaufwands beim Wäsche sortieren zu übernehmen und ein weißes Hemd vor dem klassischen Fehler zu bewahren, dass eine rote Socke es rosa färbt.

Für Neil Tunstall, CEO von Haier Europe, ist das Kochen ein weiteres Feld, in dem dieser Wandel sichtbar wird. Er verweist auf Geräte, die erkennen können, was in ihnen platziert wurde, und die Zubereitung entsprechend anpassen, wodurch die Unsicherheit für Personen reduziert wird, die sich nicht sicher sind, welche Einstellungen sie wählen oder wann ein Gericht fertig ist.

The Debate

_"_Wir sprechen weniger über Produkte, viel mehr über Erlebnisse, wir sprechen weniger darüber, dass Verbraucher über Dinge nachdenken müssen, und das Produkt bzw. das System selbst denkt, wodurch das Leben viel, viel intelligenter wird," fuhr er fort.

Verbrauchern zu helfen, weniger Zeit mit dem Nachdenken über Alltagsaufgaben zu verbringen, ist ebenfalls ein Schwerpunkt des US‑basierten Unternehmens Cozyla, insbesondere bei der Planung und Organisation eines Haushalts mit mehreren Personen.

Auf der IFA 2026 demonstriert das Unternehmen, wie KI eingesetzt werden kann, um verschiedene Aspekte des Alltags zu koordinieren – von Familienplänen und Arbeit bis hin zur Essensplanung.

Der Stand führt die Besucher durch einen simulierten Tag in einem vernetzten Zuhause. Interaktive Displays und digitale Kalender werden genutzt, um Routinen und Zeitpläne zu koordinieren, während das Küchensetup zeigt, wie ein Rezept gescannt und zur Essensplanung verwendet werden kann.

Die Vorführung wechselt anschließend ins Wohnzimmer, wo das System zur Organisation von Aufgaben und zur Koordination von Plänen zwischen Familienmitgliedern eingesetzt wird, bevor es mit einer Schlafenszeit‑Routine endet.

Intelligentere Entspannungsformen

Doch die Technologie schaltet nicht ab, wenn alle ins Bett gehen.

Das 2020 gegründete Unternehmen BestQi aus Hongkong zeigt, wie vernetzte Technologie ins Schlafzimmer ausgedehnt werden kann. Sein AMADA Smart Adaptive Sleeping System kombiniert ein verstellbares Bett mit einer Matratze, die Klang und Vibrationen nutzt und über eine App gesteuert werden kann.

Jede Seite des Bettes kann unabhängig voneinander eingestellt werden, sodass zwei Personen unterschiedliche Positionen und Einstellungen wählen können. Nutzer können zudem Massagefunktionen, Vibrationsintensität und Programme für Aktivitäten wie Schlafen, Entspannen oder Lesen steuern.

Für diejenigen, die Entspannung noch weiter gehen lassen wollen, bringt das südkoreanische Unternehmen Bodyfriend mehr Technologie in den traditionellen Massagesessel.

Seine Quantum Beauty Capsule kombiniert einen Ganzkörper‑Massagesessel mit LED‑Modulen für Gesicht und Kopfhaut. Ein weiteres Modell, der Davinci AI, integriert einen Fingertipp‑PPG‑Sensor, der biometrische Daten wie Herzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität und Blutsauerstoffsättigung misst.

Das Unternehmen gibt an, dass das System Veränderungen dieser Messwerte nutzt, um den Nutzern Informationen über ihren körperlichen Zustand, Stress und Regeneration zu liefern.

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Größere Bildschirme, weniger Ablenkungen

Entspannen zu Hause bedeutet jedoch nicht nur Abschalten. Für viele Menschen bedeutet es auch Unterhaltung.

In den letzten Jahren sind Bildschirme größer geworden, die Bildqualität hat sich verbessert und Heim‑Audiosysteme sind leistungsstärker geworden. Wie bei anderer Haustechnologie verlagert sich der Fokus zunehmend von einzelnen Geräten hin zu einem stärker vernetzten Erlebnis.

TCL, eine der wichtigsten Marken auf der IFA 2026, zeigt, wie das über verschiedene Unterhaltungsformen hinweg funktionieren kann. Zu den Displays gehört ein Gaming‑Setup, das Bildschirme, Klang und andere vernetzte Geräte zu einer einheitlichen Umgebung zusammenführt.

TCL showcases its latest screen technology at IFA 2026 in Berlin

Doch neben der Erweiterung und Immersion von Home‑Entertainment erforscht TCL auch das Gegenstück: Technologie zu nutzen, um Menschen dabei zu helfen, sich vom ständigen Strom an Bildschirmen, Benachrichtigungen und anderen Ablenkungen zu lösen.

Ein Beispiel ist die NextPaper‑Technologie des Unternehmens, die es Nutzern ermöglicht, ihr Telefon in einen vereinfachten E‑Reader‑Modus zu schalten. TCL gibt an, dass das Display darauf ausgelegt ist, blaues Licht und Augenbelastung zu reduzieren, während der Modus zudem einige Telefonfunktionen einschränkt.

Stefan Streit, Chief Marketing Officer at TCL Europe, speaks to The Debate at IFA 2026 in Berlin

Smart Homes gehen über den Menschen hinaus

Doch die Idee eines stärker vernetzten Zuhauses endet nicht bei den Menschen, die darin leben. Auch die kleinsten Mitglieder des Haushalts wurden auf der diesjährigen IFA berücksichtigt, indem Haustiere in das zunehmend vernetzte Zuhause einbezogen werden.

Das in Singapur ansässige Unternehmen Petgugu präsentiert beispielsweise sein eigenes Ökosystem vernetzter Haustier‑Geräte. Dazu gehören ein selbstreinigendes Smart‑Katzentoilette sowie ein Roboter, der sich im Haus bewegt, Tierhaare aufnimmt und mit den Tieren interagiert, wenn deren Besitzer nicht zu Hause sind.

Und für diejenigen, die ganz auf eine Katzentoilette verzichten möchten, gibt es auf der IFA eine radikalere Option: einen Roboterhund.

Ein Beispiel ist der MagicDog Y1, entwickelt von einem chinesischen Robotik‑Unternehmen, das 2024 gegründet wurde. Im Gegensatz zu den haustierorientierten Geräten ist der vierbeinige Roboter jedoch nicht primär als Begleiter konzipiert. Er soll Menschen in verschiedenen Umgebungen folgen, Ausrüstung transportieren und seine integrierten Kameras und Sensoren für Aufgaben wie Überwachung und Sicherheit einsetzen.

Könnten intelligente Häuser zu mehr menschlichen Verbindungen führen?

Also, wie könnte das Zuhause der Zukunft aussehen?

Wenn die auf der IFA 2026 gezeigten Technologien ein Indikator sind, könnte die größte Veränderung nicht ein einzelnes neues Gerät sein, sondern die Art und Weise, wie verschiedene Geräte zusammenarbeiten.

Der entscheidende Unterschied zu vielen bereits auf dem Markt befindlichen Smart‑Produkten liegt in der Kombination aus Konnektivität und KI. Statt einzelne Geräte separat zu betreiben, soll ein Ökosystem entstehen, in dem Geräte und Dienste kommunizieren, Informationen teilen und zunehmend antizipieren, was zu tun ist.

In dieser Vision würden Menschen weniger Zeit damit verbringen, einzelne Geräte zu verwalten oder alltägliche Haushaltsaufgaben selbst zu organisieren. Stattdessen würden sie Teil eines vernetzten Systems werden, das einen Teil dieser Arbeit und Planung übernimmt.

Ob diese Vision Realität wird, bleibt abzuwarten. Doch das auf der IFA präsentierte Versprechen ist klar: Technologie, die weniger Aufmerksamkeit erfordert, mit dem Ziel, den Menschen mehr Zeit für Familie, Freunde und die Dinge zu geben, die sie wirklich tun möchten.

IFA läuft bis zum 8. September

Besucher können bis zum 8. September einen Eindruck davon gewinnen, wie diese Zukunft aussehen könnte. Verschiedene Bereiche der Ausstellung konzentrieren sich auf spezifische Aspekte von Technologie und Alltag, darunter der Beauty Hub, in dem Produkte gemeinsam mit Experten ausprobiert werden können, und die Creator Stage, die ein breites Spektrum an Live‑Shows und Events bietet.

Ein weiteres Highlight ist eine spezielle Robotik‑Show, die humanoide Roboter und weitere Robotik‑Innovationen aus aller Welt zusammenbringt.

Mit so vielen gezeigten Technologien und Ideen bietet die IFA einen Ausblick darauf, wie sich das Alltagsleben zu Hause in den kommenden Jahren verändern könnte. Letztlich bleibt es jedoch jedem selbst überlassen, welche davon in die eigenen vier Wände Einzug halten.

■ ENDTechnologie© The Debate 2026