NERDs: Die Generation Z, die glaubt, nie in Rente gehen zu können
Eine wachsende Zahl von Angehörigen der Generation Z hat das Vertrauen in die Rente verloren und ist überzeugt, nie aufhören zu können zu arbeiten.

Wir haben bereits die FIRE‑Gläubigen (Financially Independent, Retire Early) gesehen, doch jetzt könnten wir viel mehr NERDs beobachten: die Never Ever Retiring Demographic.
Der Begriff bezeichnet eine wachsende Zahl von Gen‑Z‑Personen und Millennials in Großbritannien und Europa, die das Gefühl haben, nie in Rente gehen zu können und deshalb glauben, dass es kaum einen Sinn hat, überhaupt in einen Rentenplan zu sparen.
Eine aktuelle Studie von People's Pension, einem führenden britischen Anbieter von betrieblichen Altersvorsorgen, ergab, dass 47 % der Gen‑Z‑Personen im Alter von 18 bis 27 Jahren sich nicht mit ihrer Rente beschäftigen.
Obwohl ihnen noch Jahrzehnte bevorstehen, haben bereits 12 % – das sind 2,2 Millionen junge Menschen – komplett aufgehört, für den Ruhestand zu sparen, weil sie glauben, ewig arbeiten zu müssen.
Dieser Wandel resultiert vor allem aus der Lebenshaltungskostenkrise, die mehrere Regionen der Welt betrifft und traditionelle Lebensziele wie den Hauskauf, die Heirat, Kinderkriegen und den Ruhestand für viele junge Menschen immer unerreichbarer erscheinen lässt.
Stagnierende Löhne und immer häufigere überraschende Entlassungswellen, insbesondere im Technologiesektor, haben zu dieser Unsicherheit beigetragen, ebenso wie geopolitische Volatilität, die die Inflation anheizt.
Während sozioökonomische und geopolitische Faktoren das Aufkommen der NERDs vorangetrieben haben, ist ein weiterer wesentlicher Faktor das Versagen des Finanzsektors bei der Kommunikation mit jungen Menschen zu diesen Themen.
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Eine wachsende Kluft
Die Umfrageergebnisse zeigen eine deutliche Kluft zwischen jungen Menschen und dem Finanzsektor, wobei 36 % angeben, dass dieser die Vorteile des Rentensparens nicht angemessen kommuniziert.
Davon glauben 27 %, dass Unternehmen hauptsächlich daran interessiert sind, ihre Produkte zu verkaufen, statt zu bilden oder das Bewusstsein zu schärfen, während 16 % die komplizierte Sprache oder den Jargon beanstanden.
Etwa 20 % dieser Gen‑Z‑Personen sagten zudem, dass Finanzdienstleister die Rente häufig als irrelevant und langweilig darstellen.
Während nur 13 % der Generation‑X‑ und Baby‑Boomer‑Vertreter der Meinung sind, dass Rentenunternehmen nicht ausreichend erklären, warum Rente und Sparen für junge Menschen wichtig sind, fühlen sich 29 % der Gen‑Z‑Personen so.
Etwa 17 % der Gen‑Z‑Personen glaubten zudem, dass Unternehmen die Kanäle, über die sie tatsächlich kommunizieren, nicht nutzen, verglichen mit nur 4 % der vorherigen Generationen.
Rund 70 % der Gen‑Z‑Personen gaben an, sie hätten gespart, wenn sie gewusst hätten, dass ein Beginn in den Zwanzigern ihr Rentenkapital potenziell verdoppeln könnte, im Vergleich zum Start in den Dreißigern.
Ähnlich gaben 63 % an, dass sie motiviert wurden, als sie erfuhren, dass Steuervergünstigungen und Arbeitgeberbeiträge ihre Ersparnisse erheblich steigern können.
"In einer Welt, in der finanzielle Apokalypse die Rentengespräche dominiert, schalten junge Sparer ab. Unsere Forschung zeigt, dass sie nicht aus Desinteresse aussteigen, sondern weil die Botschaften nicht funktionieren. Angstmachende Taktiken und Fachjargon entfremden genau die Menschen, die wir erreichen müssen," sagte Kirsty Ross, Proposition Director bei People's Pension, in einer Mitteilung.
"Was wirklich durchbricht, ist Ehrlichkeit, Einfachheit und praxisnahe Ratschläge, die zeigen, wie kleine Schritte heute morgen einen riesigen Unterschied machen können," fügte sie hinzu.
Was könnte helfen?
Eine der beliebtesten Lösungen, die Gen‑Z‑Personen nannten, waren einfache Fortschrittsbalken oder Ziel‑Tracker, genannt von 31 %.
Rund 26 % wollten wissen, dass sie mit einem kleinen Betrag beginnen können, während 23 % mehr Beispiele dafür sehen möchten, was Gleichaltrige tun.
Für 22 % wären klare, leicht verdauliche Schritte hilfreich, während 19 % der Meinung sind, dass lockere, nachvollziehbare Geschichten einen Unterschied machen würden.
Auf Basis dieses Feedbacks hat People's Pension eine neue Kampagne namens Pension Drop gestartet, um mehr Menschen zum Gespräch über ihre Rente zu bewegen, wobei Social‑Media‑Influencer, Sonderveranstaltungen und Lifestyle‑Persönlichkeiten eingesetzt werden.
"Rückblickend wünschte ich, ich hätte früher angefangen. Etwas in den Zwanzigern oder Dreißigern beiseite zu legen, kann später einen riesigen Unterschied machen – wir sprechen von Zehntausenden Pfund. Und ich verstehe das, die Menschen kämpfen gerade sehr, das Geld ist knapp, und selbst kleine Luxusgüter wie ein Take‑away können groß wirken," sagte Iain Stirling, Komiker, TV‑Moderator und Pension‑Drop‑Botschafter, in von People's Pension veröffentlichten Kommentaren.
"Aber die Realität ist, dass Ihre Rente nicht allein von Ihnen abhängt. Dinge wie Arbeitgeberbeiträge und Steuervergünstigungen können Ihnen einen Schub geben, sodass selbst kleine Beträge weiter reichen, als Sie denken. Es muss nicht bedeuten, heute zu verzichten, sondern kluge Entscheidungen zu treffen, damit Sie morgen nicht verpassen," fügte er hinzu.
Stirling riet jungen Menschen außerdem, ein paar praktische Schritte zu unternehmen, etwa zu prüfen, wer ihr Rentenanbieter ist und ob sie mehr als einen haben.
Er betonte zudem die Bedeutung, das Angebot des Arbeitgebers zu nutzen, um kein Geld auf dem Tisch liegen zu lassen, sowie die Aufstockung der Rentenbeiträge bei jeder Gehaltserhöhung und jedem Bonus.


