Sprengstoffe an Umspannwerk eines deutschen Braunkraftwerks bei mutmaßlichem Anschlag gefunden
Selbstgebaute Sprengsätze wurden am Preilack-Umspannwerk in Brandenburg, Deutschland, entdeckt, was die Stromversorgung störte, jedoch weder Verletzungen noch einen langfristigen Stromausfall verursachte.

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Selbstgebaute Spreng- und Brandvorrichtungen wurden gegen die Stromleitungen am Preilack-Umspannwerk in Brandenburg, Ostdeutschland, eingesetzt, das Strom vom nahegelegenen Braunkraftwerk Jänschwalde ins Netz einspeist.
Die Polizei wurde gegen 8 Uhr am 1. September nach einer Leitungsbeschädigung alarmiert.
Entschärfungsteams fanden mehrere selbstgebaute Geräte; mindestens eines detonierte, die anderen nicht. Niemand wurde verletzt und es gab keinen anhaltenden Stromausfall.
Der Netzbetreiber 50Hertz erklärte, unbekannte Täter hätten mehrere Leitungen beschädigt; die Versorgung wurde nur kurzzeitig unterbrochen.
Man gehe davon aus, dass der Schaden mit selbstgebauten Projektilen versucht wurde, die gekauften Feuerwerksraketen ähnelten, und dass weitere, nicht abgefeuerte Projektile vor Ort geborgen wurden.
Die Anlage in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße ist ein 380‑Kilovolt‑Knoten im Höchstspannungsnetz.
Das braunkohlebefeuerte Kraftwerk Jänschwalde zählt zu den größten Braunkohlekraftwerken Deutschlands mit einer Leistung von 1.500 Megawatt, verteilt auf drei Blöcke.
Es soll Ende 2028 vollständig stillgelegt werden, gemäß dem deutschen Kohleausstiegsgesetz.
Der Betreiber LEAG bezeichnete dies als „einen Anschlag“ auf das Umspannwerk und erklärte, ein Block im Kraftwerk Jänschwalde habe eine technische Störung erlitten, die auf einen Zusammenhang geprüft wird. Das Unternehmen identifizierte den betroffenen Block als Block B.
„Die besorgniserregend hohe Häufigkeit solcher Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.
Er dankte den Einsatzkräften vor Ort sowie den Mitarbeitenden des Umspannwerks und des Kraftwerks, die durch ihr „schnelles und umsichtiges Handeln“ Schlimmeres verhindert haben.
Berichte, wonach das Gelände mit Raketen beschossen worden sei, veröffentlicht von der Märkischen Allgemeinen Zeitung unter Berufung auf Sicherheits‑ und Unternehmensquellen, gehen über das hinaus, was die Polizei bestätigt hat. Beamte beschrieben lediglich kleine selbstgebaute Geräte.
Die Landeskriminalpolizei Brandenburg hat die Ermittlungen übernommen. Das Gelände, etwa 100 Kilometer südöstlich von Berlin, liegt nahe der Grenze zu Sachsen.
Auf Anfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung teilte die Polizei am Nachmittag des 1. September mit, dass Spuren vor Ort noch gesichert werden. „Zurzeit können keine Informationen zum Hintergrund gegeben werden.“
Es ist noch unklar, wer hinter dem versuchten Anschlag steckt, und keine Gruppe hat Verantwortung übernommen. Die Polizei hat weder einen Verdächtigen noch ein Motiv benannt.
Jüngste Angriffe auf die deutsche Strominfrastruktur kommen aus mehreren Richtungen. Im Januar dieses Jahres setzten mutmaßliche linksextremistische Täter Hochspannungsleitungen in der Nähe eines Kraftwerks im Südwesten Berlins in Brand, wodurch die Versorgung von etwa 45 000 Haushalten und über 2 200 Unternehmen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen für Tage unterbrochen wurde.
Der Fund erfolgte am selben Tag, an dem die Bundesregierung Russland für den gescheiterten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich machen will.
Innenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul sollten am Abend des 1. September die Ergebnisse vorstellen. Bild berichtete, dass Ermittler die Operation einem russischen Nachrichtendienst zugeordnet hätten, wobei die Regierung am 31. August erklärte, dass eine formelle Zuschreibung erst nach Abschluss der Ermittlungen erfolgen werde.
Am 4. August wurde eine Drohne mit Sprengstoff auf dem Vorfeld neben ukrainischen Antonov-Frachtflugzeugen, die für Militärfracht eingesetzt werden, gefunden; sie detonierte nicht.
Weitere Drohnen und Spuren von Militärsprengstoff wurden später in der Nähe geborgen. Wie heute hätte eine erfolgreiche Detonation einen weitaus schwereren Vorfall auslösen können.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) geriet unter heftige Kritik, nachdem bekannt wurde, dass er während eines großflächigen Stromausfalls Tennis spielte, obwohl er öffentlich behauptet hatte, „Tag und Nacht“ im Amt zu arbeiten, um die Krise zu bewältigen. https://t.co/gtBuTUgmC6


