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Politik17. August 2026

Rund 41 % der Personen, die die britischen Regierungs‑Hitzealarme sahen, ergriffen keine Maßnahmen, zeigt eine Studie

Hitzewellen werden häufiger und intensiver – doch eine neue Studie zeigt, dass 41 % der Menschen, die in England Hitze‑Gesundheitswarnungen sahen, keinerlei Schutzmaßnahmen ergriffen.

Rund 41 % der Personen, die die britischen Regierungs‑Hitzealarme sahen, ergriffen keine Maßnahmen, zeigt eine Studie

Die Hitze dieses Sommers war extrem. Aufeinanderfolgende Hitzewellen haben Landschaften ausgetrocknet, Gletscher zum Schmelzen gebracht, Seen und Flüsse verkleinert, während Waldbrände weite Gebiete verbrannten und die Landschaften dramatisch verändert haben.

Doch die Folgen extremer Hitze reichen weit über das Sichtbare in der Landschaft hinaus. Und eine der gravierendsten Konsequenzen, die schwerer zu erkennen ist, betrifft unsere Gesundheit.

Trotz wiederholter Warnungen von Gesundheitsbehörden sehen viele Menschen in England die extreme Hitze nach wie vor nicht als ernsthaftes Gesundheitsrisiko.

Eine neue Untersuchung von Experten der United Nations University hat eine erhebliche Lücke zwischen Hitze‑Gesundheitswarnungen und dem Verhalten der Menschen festgestellt. Die Studie untersuchte, wie Menschen auf Hitze‑Gesundheitswarnungen (HHAs) reagieren und warum Warnungen nicht immer zu Schutzmaßnahmen führen.

Die Forschenden befragten 1.097 erwachsene Personen in England und interviewten 29 Personen, die an der Kommunikation von Hitzerisiken beteiligt sind.

Was Menschen wissen, führt nicht immer zu Handeln

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Lücke zwischen dem, was Menschen über Hitze wissen, und dem, was sie tatsächlich tun.

Etwa sieben von zehn Befragten hatten bereits eine Hitze‑Gesundheitswarnung erhalten. Unter denjenigen, die eine Warnung gesehen hatten, gaben jedoch 41 % an, keinerlei Schutzmaßnahmen ergriffen zu haben.

Der häufigste Grund war simpel: Sie glaubten nicht, persönlich gefährdet zu sein.

Nur 18,1 % der Befragten gaben an, ein hohes Risiko durch extreme Hitze zu sehen. Rund 30 % sagten zudem, nur begrenztes oder kein Wissen über mögliche Schutzmaßnahmen zu haben.

Die Gründe für das Unterlassen von Maßnahmen waren vielfältig. Neunzehn Prozent nannten eine geringe Wahrnehmung ihres persönlichen Risikos. Neun Prozent erkannten die Warnung nicht, sieben Prozent wussten nicht, welche Maßnahmen zu ergreifen seien, und fünf Prozent fanden die Warnung schwer verständlich.

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Warum reagieren Menschen also nicht auf Warnungen?

Die Forschenden sagen, dass das bloße Aussenden einer Warnung nicht ausreicht. Menschen müssen verstehen, dass extreme Hitze ein Gesundheitsrisiko darstellen kann, erkennen, wann eine Warnung für sie gilt, und wissen, was sie zum Selbstschutz tun können.

Wie diese Warnungen übermittelt werden, könnte ebenfalls Teil des Problems sein.

Neunzig Prozent der befragten Kommunikatoren von Hitzerisiken gaben an, digitale Kanäle zu nutzen. Diese ermöglichen eine schnelle Verbreitung von Informationen, erreichen jedoch nicht unbedingt alle gleichermaßen. Soziale Medien wurden als die am wenigsten vertrauenswürdige Quelle für Hitzeinformationen identifiziert, insbesondere bei älteren Erwachsenen.

Etwa 30 % der Befragten gaben an, überhaupt keine Hitze‑Gesundheitswarnungen oder Informationen zum Hitzeschutz erhalten zu haben. Das führt zu einer besorgniserregenden Diskrepanz: Die Kanäle, über die Hitzerisiken kommuniziert werden, erreichen nicht immer die Menschen, die am stärksten gefährdet sind.

Wie man Menschen jenseits der digitalen Welt erreicht

Die Forschenden empfehlen zudem, vertrauenswürdige lokale Organisationen einzusetzen – darunter Gemeinschaftsgruppen, Bibliotheken, Anbieter sozialer Dienste, freiwillige Organisationen und Glaubensgemeinschaften – um Menschen zu erreichen, die von digitalen Warnungen übersehen werden könnten.

Die Forschenden sagen, die Behörden müssten besser messen, ob ihre Kommunikation tatsächlich wirkt. Anstatt lediglich Website‑Besuche, Interaktionen in sozialen Medien oder Medienberichterstattung zu zählen, sollten sie prüfen, ob die Menschen die Warnungen verstehen und ob diese zu Schutzmaßnahmen führen.

Hitze‑Warnungen klarer und handlungsorientierter gestalten

Die Interviews mit den Kommunikatoren von Hitzerisiken weisen auf ein weiteres Problem hin. Die Hitze‑Kommunikation in England konzentriert sich weitgehend auf die Koordination zwischen Institutionen und die Notfallvorsorge, statt Menschen dabei zu unterstützen, ihr Verhalten zu ändern.

Die Forschenden sagen, die Information der Bevölkerung sei derzeit das vorrangige Ziel. Doch reine Information reicht möglicherweise nicht aus, um Menschen zu Schutzmaßnahmen zu motivieren.

Und Kommunikation ist nur ein Teil des Problems.

Die Studie weist zudem auf grundlegendere Faktoren hin, die bestimmen, wer gegenüber extremer Hitze vulnerabel ist. Dazu gehören Wohnbedingungen, sozioökonomische Benachteiligung, bestehende Gesundheitsprobleme, Umweltbelastungen und der Zugang zu Ressourcen.

Eine Warnung kann diese Faktoren nicht adressieren.

Jenseits von Warnungen: Häuser und Gemeinschaften resilienter machen

Da Hitzewellen häufiger und intensiver werden, argumentieren die Forschenden, dass England über einen überwiegend warnungsbasierten Ansatz hinausgehen muss.

Das bedeutet, die Kommunikation von Hitzerisiken zu verbessern und gleichzeitig langfristige Veränderungen vorzunehmen, um die Exposition und Verwundbarkeit der Menschen zu reduzieren.

Wohnen ist dabei ein zentraler Aspekt. Die Forschenden fordern, die Hitzebeständigkeit in Bauvorschriften, Planungsrichtlinien und Sanierungsprogramme zu integrieren, einschließlich einer stärkeren Umsetzung und Durchsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung von Überhitzung in Gebäuden.

Die Herausforderung, so die Forschenden, besteht daher nicht nur darin, die Menschen vor der kommenden Hitzewelle zu warnen – sondern sicherzustellen, dass weniger Menschen verwundbar sind, wenn sie eintrifft.

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