● LIVEEZB-SATZ 2.4%·EUR/USD 1.1622·EUR/GBP 0.8590·BRUESSEL 15°C — BEWOELKT·ANLEIHERENDITEN STEIGEN WELTWEIT, WARUM FALLEN DIE AKTIEN NICHT?·VON RIESIGEN FERNSEHERN BIS ZU 'JAMES‑BOND‑BRILLEN': TCLS VISION FÜR DIE ZUKUNFT·BARDELLA UNTERSCHREIBT PAKT MIT FARAGE, UM KLEINBOOTÜBERFAHRTEN „FÜR IMMER“ ZU STOPPEN·SENIOR‑EU‑BEAMTE BEKRÄFTIGEN DIE NOTWENDIGKEIT NEUER EUROPAWEITER STEUERN IM NÄCHSTEN HAUSHALT·PASS FÜR EIN NEUGEBORENES: GEBURTS­TOURISMUS ALS TEIL DER NEUEN AUSWANDERUNG RUSSLANDS·IM STILLEN LUXUS‑REVIVAL DES LIDO VON VENEDIG – HEIMAT DES GLITZERNDEN FILMFESTIVALS·WOCHE 38 · N°263·● LIVEEZB-SATZ 2.4%·EUR/USD 1.1622·EUR/GBP 0.8590·BRUESSEL 15°C — BEWOELKT·ANLEIHERENDITEN STEIGEN WELTWEIT, WARUM FALLEN DIE AKTIEN NICHT?·VON RIESIGEN FERNSEHERN BIS ZU 'JAMES‑BOND‑BRILLEN': TCLS VISION FÜR DIE ZUKUNFT·BARDELLA UNTERSCHREIBT PAKT MIT FARAGE, UM KLEINBOOTÜBERFAHRTEN „FÜR IMMER“ ZU STOPPEN·SENIOR‑EU‑BEAMTE BEKRÄFTIGEN DIE NOTWENDIGKEIT NEUER EUROPAWEITER STEUERN IM NÄCHSTEN HAUSHALT·PASS FÜR EIN NEUGEBORENES: GEBURTS­TOURISMUS ALS TEIL DER NEUEN AUSWANDERUNG RUSSLANDS·IM STILLEN LUXUS‑REVIVAL DES LIDO VON VENEDIG – HEIMAT DES GLITZERNDEN FILMFESTIVALS·WOCHE 38 · N°263·
Unabhaengiger Europa-Journalismus — Politik, Macht, Technologie und oeffentliches Leben
Bruessel · Europa
N°263 · Woche 38

The Debate.eu

Sonntag, 20. September 2026
Gelesen in ganz Europa
Startseite/Politik/Artikel
Politik06. August 2026

Mehr als 1.100 Jahre alt: Deutschlands ältester Baum entdeckt

Auf einer abgelegenen Wiese im Allgäu steht ein lebendiges Geschichtsbuch: eine Eibe, die seit über 1.100 Jahren gedeihen könnte, möglicherweise Deutschlands ältester Baum.

Mehr als 1.100 Jahre alt: Deutschlands ältester Baum entdeckt

Bäume altern sehr langsam. Der Grund ist, dass sie ihre Gewebe ständig erneuern: Nadeln oder Blätter, Rinde, Zweige, Stamm und Wurzeln werden kontinuierlich regeneriert, während ältere Teile allmählich absterben.

Eine bemerkenswerte Tatsache: Während Stamm und Krone Wind, Wetter, Tieren und Holzfällern ausgesetzt sind, kann das weit verzweigte unterirdische Wurzelsystem eines Baumes noch viel länger, verborgen vor Blicken, weiterleben.

Deutschlands vermutlich ältester Baum steht in völliger Abgeschiedenheit auf einer beweideten Almwiese zwischen Steibis und Balderschwang im Oberallgäu, auf einer Höhe von 1.100 Metern.

Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft, ein Verband von Baumexperten, schätzt, dass die Eibe etwa 1.100 Jahre alt ist. Ihr Stammumfang beträgt 5,1 Meter.

Auf einem nordwestlich ausgerichteten Hang gelegen, befindet sich der Baum nahe der oberen Grenze des Höhenverbreitungsgebiets der Eibe, das in den Alpen bei etwa 1.300 Metern liegt: "In der Winterhälfte des Jahres bekommt er dort kaum Sonne, und es ist spürbar kälter als an südseitigen Hängen in dieser Höhe," sagen die Baumspezialisten. "Deshalb ist es ein Wunder, dass er all die Jahrhunderte überlebt hat und offensichtlich gedeiht – er mag die aktuelle Erwärmung sogar 'begrüßen'."

Andreas Roloff, Seniorprofessor für Baumbiologie an der Technischen Universität Dresden, schwärmt: "Sein Stamm ist ein traumhaftes Monument mit Rissen, Wülsten, Beulen, Rippen, Spalten und Löchern, das aus mehreren sehr unterschiedlichen Abschnitten besteht."

1.000 Jahre im Entstehen: Eibe auf einer Wiese im Allgäu
1.000 Jahre im Entstehen: Eibe auf einer Wiese im Allgäu A. Roloff/Nationalerbe-Bäume/Andreas Roloff

Ötzis Jagdbogen bestand aus Eibenholz

Wie die Eibe auf die abgelegene Almweide gelangte, ist bis heute unbekannt. Eines ist sicher: Sie wurde vermutlich nicht gepflanzt. Ein Vogel brachte den Samen höchstwahrscheinlich an diesen Ort. Schon vor 5.000 Jahren, in der Jungsteinzeit, hatten Eiben für die Menschen in den Südtiroler Alpen eine besondere Bedeutung. Ötzi, der "Mann aus dem Eis", der in einer Gletscherspalte in der Region auf über 3.000 Metern Höhe entdeckt wurde, trug einen Jagdbogen aus Eibenholz.

Die Allgäuer Eibe verdrängt nun die Dorflinde von Upstedt in Niedersachsen: Bisher galt die Sommerlinde, die auf etwa 1.000 Jahre geschätzt wird, als Deutschlands ältester Baum.

Knapp dahinter folgt die Erle-Feme-Eiche in Raesfeld im westlichen Münsterland, deren Alter auf etwa 900 Jahre geschätzt wird. Die Eiche hat einen Stammumfang von mehr als zwölf Metern und ist vermutlich Deutschlands dickster Baum dieser Art. Von 1363 bis zum Ende des 16. Jahrhunderts tagten unter ihrer Krone geheime Gerichte, sogenannte "Femegerichte" – was sie zum ältesten bekannten Gerichtsbaum Europas macht. Die "Feme" war im Mittelalter gefürchtet, weil die Verfahren teilweise im Geheimen stattfanden und Urteile – einschließlich Todesstrafen – vollstreckt werden konnten.

Die Europäische Eibe, also Bäume wie das 1.100 Jahre alte Exemplar, war bereits vor rund 150 Millionen Jahren vorhanden. Das macht die Eibe zur ältesten einheimischen Baumart Europas.

Der älteste Baum der Welt steht in Kalifornien

Der älteste Baum der Welt, gemessen am Alter seiner oberirdischen Teile, ist eine Kiefer in den White Mountains in Kalifornien (USA). Sie ist mehr als 5.000 Jahre alt. Im schwedischen Fulufjället-Nationalpark wächst "Old Tjikko", eine Norwegische Fichte, deren Wurzelsystem auf etwa 9.550 Jahre geschätzt wird.

Noch älter ist die klonale Kolonie "Pando" im Fishlake National Forest (USA): ihr Rhizomsystem, ein unterirdisches Netzwerk von Zitterpappelwurzeln, wird auf etwa 80.000 Jahre datiert. Eine klonale Kolonie ist eine Gruppe von Pflanzen, die genetisch identisch sind, weil sie ursprünglich von einem einzigen Vorfahren abstammen.

■ ENDPolitik© The Debate 2026