Tausende Migranten, darunter mehr als 860 Minderjährige, verbleiben in Ceuta
Juan Vivas, der Präsident von Ceuta, schätzt, dass zwischen 3.000 und 5.000 Migranten vier Tage nach dem massenhaften Zustrom aus Marokko in der Stadt verbleiben.

Die Behörden in Ceuta kämpfen damit, mit den Tausenden von Menschen fertigzuwerden, die nach der massenhaften Ankunft von Migranten letzte Woche in der autonomen Stadt verbleiben.
Sicherheitskräfte schätzen, dass bereits rund 73.500 Menschen die nordafrikanische Exklave verlassen und nach Marokko zurückgekehrt sind, während lokale Behörden angeben, dass bis zu 5.000 im spanischen Hoheitsgebiet verbleiben, darunter 862 Minderjährige.
Die Krise hat bisher laut den Behörden von Ceuta mindestens 88 bestätigte Todesopfer gefordert, zusätzlich zu den Leichen, die von marokkanischen Behörden in marokkanischen Gewässern geborgen wurden.
Juan Vivas, der Präsident von Ceuta, schätzt, dass zwischen 3.000 und 5.000 Migranten vier Tage nach dem massenhaften Zustrom aus Marokko in der Stadt verbleiben. Er sagte, die Situation sei noch nicht zur Normalität zurückgekehrt und Ceuta bewältige noch die Folgen des Vorfalls.
Vivas fügte hinzu, dass in den Tagen vor dem massenhaften Überqueren bereits zwischen 1.800 und 2.000 Menschen schwimmend in die Stadt gelangt seien, ein Warnsignal, das seiner Meinung nach die Notwendigkeit stärkerer Grenzüberwachung und besserer Koordination zur Verhinderung einer weiteren solchen Krise zeige.
Der Ceuta-Führer hob auch die emotionale Belastung der Krise für die Einwohner hervor und beschrieb die Angst, Unsicherheit und das Gefühl der Hilflosigkeit, die einige erlebt hätten. In einem Interview mit der spanischen Zeitung El País sagte Vivas: „Marokko hat gezeigt, dass man ihm nicht vertrauen kann; wir müssen Respekt von ihm fordern.”
Mehr als 860 Minderjährige verbleiben
Ceuta bemüht sich, seine Aufnahmekapazität zu erweitern, um für die 862 Minderjährigen zu sorgen, die derzeit unter der Obhut der Stadt stehen.
Die Behörden sagen, die Zahl könnte sich tausend nähern, und geben zu, dass einige möglicherweise noch auf der Straße sind und nicht erfasst wurden.
Während neue Einrichtungen vorbereitet werden, arbeiten bestehende Unterkünfte über ihrer Kapazität. Das spanische Hoheitsgebiet bietet weiterhin Unterstützung für die Minderjährigen und bereitet neue Aufnahmeverfahren vor, während es mögliche Überstellungen aufs spanische Festland prüft.
Die städtischen Dienste haben die Unterstützung erhöht und bieten Unterkunft, Nahrung und Kleidung. Jüngere Kinder wurden in geeignetere Einrichtungen gebracht, während ältere Jugendliche in provisorischen Räumen untergebracht werden, bis weitere Ressourcen verfügbar sind.
Die Betreuung von Minderjährigen ist zu einer der Hauptprioritäten der Stadt geworden, wobei rund 250 Mitarbeiter damit beauftragt sind. Offizielle schließen weitere Anstiege der Zahl der Kinder unter der Obhut der Stadt nicht aus. Ausgehend von der Erfahrung der Migrationskrise 2021 schätzt die Regierung von Ceuta, dass die Zahl schließlich zwischen 1.000 und 1.100 Minderjährigen liegen könnte.
Das Aufnahmesystem der Stadt ist vollständig überlastet. Seine 29 Standardplätze für Minderjährige arbeiten derzeit bei fast 3.000 % ihrer Kapazität. Die lokale Regierung fordert den spanischen Staat auf, dringende Hilfe und zusätzliche Mittel bereitzustellen, während sie neue Einrichtungen vorbereitet, darunter ein Industrielager in El Tarajal, um den Ankünften gerecht zu werden.
Ceuta-Bewohner ergreifen Maßnahmen angesichts wachsender Unsicherheit
Angst vor weiteren Vorfällen nach den massenhaften Ankünften hat einige Bewohner Ceutas veranlasst, Barrieren im Hoheitsgebiet zu errichten und notdürftige Zäune zu installieren, um den Zugang zu bestimmten Straßen einzuschränken.
In mehreren Stadtteilen haben sich in den letzten Tagen die Spannungen zugespitzt, wobei Bewohner von isolierten Vorfällen und Auseinandersetzungen berichten, wie El Faro de Ceuta meldet. In einem Viertel gab ein Anwohner an, nach der Weigerung, eine Zigarette zu geben, angegriffen worden zu sein, während einige junge Migranten bedauerten, dass das Handeln weniger Einzelner das Bild der gesamten Gruppe beeinträchtige.


