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Europa11. August 2026

Giftige Blaualgen im Ostseebereich bestätigt: Diese Gewässer meiden

Achtung Schwimmer: Gesundheitsbehörden warnen vor dem Baden an einigen Ostseestränden wegen Blaualgen, die Hautreizungen und Magenbeschwerden verursachen können.

Giftige Blaualgen im Ostseebereich bestätigt: Diese Gewässer meiden

Langanhaltende hohe Temperaturen in der Ostsee führen zu vermehrten Algenblüten. Viel Sonnenschein und hohe Wassertemperaturen begünstigen deren Vermehrung.

Die Hansestadt Rostock warnt nun Schwimmer vor bestimmten Ostseestränden.

Warnung für Schwimmer ausgesprochen

Am Samstag wurde von der Hansestadt Rostock ein Algenfilz in der Ostsee westlich von Warnemünde beobachtet. Laut dem Amt für Brandschutz, Rettungswesen und Katastrophenmanagement besteht der Verdacht, dass es sich um Blaualgen handeln könnte.

Am Dienstag folgte ein Update: „Untersuchungen haben das Vorhandensein von toxischen Cyanobakterien, sogenannten Blaualgen, bestätigt“, teilte die Gesundheitsbehörde Rostocks mit. Die Behörde bestätigte, dass Blaualgen in der Ostsee nachgewiesen wurden.

Die zuständige Gesundheitsbehörde rät daher vom Schwimmen in diesen Gewässern ab. Hautkontakt mit Blaualgen kann Schwellungen, Reizungen oder allergische Reaktionen hervorrufen. In schweren Fällen kann es zu Erbrechen und Magen‑Darm‑Erkrankungen führen.

Die Behörde fordert besondere Vorsicht bei Kindern und Hunden. Hunde sollten das Wasser ebenfalls nicht trinken.

Welche Strände sind betroffen?

Ein Badeverbot wurde nicht erlassen. Die Warnung gilt für die Ostseeküste bei Warnemünde, konkret für die Strandabschnitte 30 bis 36. Auf Google Maps entspricht dies dem in dunkleren Farben dargestellten Gebiet.

Die Stadtbehörden Rostocks weisen jedoch darauf hin, dass die Ausbreitung der Algen nicht zuverlässig vorhergesagt werden kann, da sie von Wind und Wetter abhängt. Daher könnten potenziell weite Küstenabschnitte betroffen sein.

Blaualgen können auch immer wieder in Badeseen in ganz Deutschland auftreten. Seit über 20 Jahren sind die Badewasser in Deutschland jedoch im Allgemeinen sicher. Treten in Einzelfällen Gesundheitsrisiken auf, reagieren die Behörden schnell. Landesbehörden testen alle zwei Wochen bzw. einmal im Monat auf verschiedene Bakterien.

Die Ergebnisse werden in sogenannten Badewasserkarten veröffentlicht, um Schwimmer vor potenziellen Gesundheitsgefahren zu schützen. Die Verantwortung liegt bei den Landesgesundheitsbehörden. Klicken Sie auf die Karte Ihrer Region, um die entsprechende Badewasserkarte aufzurufen.

Was genau sind Blaualgen?

Ein Algenfilz bezeichnet eine große Ansammlung von Algen, eine dichte, durchgehende Schicht, die durch massenhaftes Wachstum von Algen oder Cyanobakterien entsteht.

Streng genommen sind Blaualgen winzige Bakterien und keine langen, grünen, haarähnlichen Pflanzen. Sie treiben häufig frei im Wasser und bilden einen schleimigen, blaugrünen Film auf der Oberfläche.

„Bei warmem, sonnigem Wetter und nährstoffreichem Wasser können sie sich schnell vermehren und an der Oberfläche ansammeln, wodurch sichtbare Filze entstehen“, erklärte die Stadt Rostock in einer Stellungnahme. Wind und Strömungen können diese Ansammlungen kurzfristig verschieben oder zerstreuen.

Blue-green algae, also known as cyanobacteria, form a streaky film on the surface of the water. Here, for example, on the Unterhavel.
Blaualgen, auch Cyanobakterien genannt, bilden einen gestreiften Film auf der Wasseroberfläche. Hier zum Beispiel an der Unterhavel. Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin ©LAGeSo

Diese sogenannten „Blaualgen“ ziehen Aufmerksamkeit auf sich, weil sie Toxine produzieren können, die gesundheitsschädlich sind, so das Faktenblatt zu Cyanobakterien des Leibniz‑Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde. Im Allgemeinen sind die von Blaualgen erzeugten Toxine in niedrigen Konzentrationen für gesunde Menschen harmlos. Nicht alle Blaualgenarten produzieren diese Toxine.

In diesen schnell entstehenden Filzen können jedoch die Toxin­konzentrationen auf ein Niveau ansteigen, das ein Gesundheitsrisiko darstellt. Beim Menschen kann dies Hautreizungen und, bei Verschlucken des Wassers, Übelkeit und Erbrechen verursachen, heißt es im Faktenblatt weiter. Bei Tieren, die mit den Toxinen verunreinigtes Wasser getrunken haben, berichtet das Leibniz‑Institut von wiederholt tödlichen Fällen, zum Beispiel bei Rindern, Hunden und Enten.

Blaualgen stellten auch in der Badesaison des letzten Jahres nach langen Hitzeperioden ein häufiges Problem dar. Laut Umweltbundesamt waren in fast der Hälfte aller zum Baden gesperrten Seen Cyanobakterien die Ursache.

Badegefahr ebenfalls durch Vibrio‑Bakterien

Außergewöhnlich hohe Temperaturen begünstigen zudem andere Bakterien, wie Vibrio‑Arten. In diesem Jahr sind in Deutschland zwei Menschen an einer Vibrio‑Infektion verstorben. Laut Robert‑Koch‑Institut (RKI) wurden bislang 17 Fälle registriert.

Nach Angaben des RKI betreffen schwere Verläufe der Erkrankung vor allem ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder schweren Herzproblemen. Junge, gesunde Erwachsene erkranken selten schwer. Die beiden in diesem Jahr verzeichneten Todesfälle betrafen laut RKI sehr alte Menschen.

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