West-Nil-Fieber: 290 Fälle und 24 Todesfälle in Griechenland — Zypern ruft zur Ruhe auf
Der Druck auf griechische Krankenhäuser bleibt hoch. In Zypern liegen die Zahlen weiterhin bei vier bestätigten West-Nil-Fieber-Fällen, wobei zwei weitere noch untersucht werden.

Die Verbreitung des West-Nil-Fiebers in Griechenland ist in diesem Jahr besonders intensiv, wobei Attika den größten Anteil der Fälle ausmacht. Die Belastung nimmt auch in Thessalien und Zentralmazedonien zu, da die Griechische Nationale Gesundheitsorganisation (EODY) in den kommenden Wochen neue Fälle erwartet.
Laut dem neuesten wöchentlichen Bericht der EODY, mit Daten bis zum 2. September, wurden seit Beginn der aktuellen Übertragungssaison 290 im Inland erworbene West-Nil-Fieber-Infektionen diagnostiziert und gemeldet. Allein in der vergangenen Woche wurden 58 neue Fälle hinzugefügt, was darauf hinweist, dass die Übertragung weiterhin auf hohem Niveau bleibt.
Von den 290 Fällen hatten 199 neurologische Symptome, die das zentrale Nervensystem (ZNS) betrafen, darunter Enzephalitis, Meningitis oder akute schlaffe Lähmung. Die übrigen 91 Patienten zeigten mildere Symptome oder keine ZNS-Beteiligung. Das mittlere Alter der Patienten, bei denen ZNS-Beschwerden auftraten, beträgt 74 Jahre.
Bis zum 2. September wurden 24 Todesfälle verzeichnet, alle bei Personen über 65 Jahren. Das mittlere Alter der Verstorbenen betrug 83 Jahre.
Der Druck auf die Krankenhäuser bleibt erheblich. Insgesamt befanden sich 63 Patienten im Krankenhaus, davon 32 auf Intensivstationen und 31 auf Normalstationen, während 182 Patienten bereits entlassen wurden.
Wo die meisten Fälle gemeldet werden
Attika liegt eindeutig im Epizentrum des diesjährigen Anstiegs. Addiert man die von der EODY veröffentlichten Daten auf Gemeindeebene, zeigt sich, dass etwa 166 der 290 Fälle in Attika liegen – mehr als die Hälfte aller Fälle landesweit. Thessalien und Zentralmazedonien folgen mit jeweils 52 Fällen.
Drei Fälle wurden auf Kreta, zwei in Zentralgriechenland und einer im Peloponnes verzeichnet, während der Ort der Ansteckung bei weiteren 14 Fällen noch untersucht wird.
Die EODY beschreibt die diesjährige Verbreitung des Virus in der Region Attika als „besonders intensiv“ und weist auf einen Anstieg der Fälle im Vergleich zu den Vorjahren hin. Insgesamt wurden Fälle in 69 Gemeinden, 20 Regionalverbänden und sechs Regionen festgestellt: Attika, Thessalien, Zentralmazedonien, Peloponnes, Zentralgriechenland und Kreta.
Auf Gemeindeebene hat Larissa mit 27 Fällen die höchste Fallzahl. Es folgen Spata–Artemida mit 19 Fällen, Markopoulo Mesogaias und Agia Paraskevi mit jeweils 14, die Gemeinde Pella mit 13 sowie Vari–Voula–Vouliagmeni und Halandri mit jeweils 12 Fällen.
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Besondere Vorsicht ist im östlichen Attika geboten. Spata–Artemida hat 17 Patienten mit ZNS-Beteiligung verzeichnet, Markopoulo Mesogaias 11 und Vari–Voula–Vouliagmeni 11, während in Pallini, Marathon und Acharnes ebenfalls bedeutende Zahlen gemeldet werden. Im nördlichen Sektor von Athen haben Agia Paraskevi und Halandri jeweils 10 schwere Fälle mit ZNS-Beschwerden.
Gleichzeitig hat die EODY weitere Gemeinden als „hohes Risiko“ eingestuft, obwohl dort bis zum 2. September keine menschlichen Fälle verzeichnet wurden. Dazu gehören Gemeinden in Attika wie Iraklio, Nea Smyrni, Palaio Faliro, Nea Filadelfia–Nea Chalkidona, Dafni–Ymittos und Ilion sowie Gebiete in Trikala, Serres, Thessaloniki, Pieria, Kilkis, Korinth, Heraklion auf Kreta, Thasos und Tinos. Die Einstufung basiert auf einer Kombination aus epidemiologischen, geomorphologischen und weiteren Risikodaten.
Die EODY weist darauf hin, dass in bereits betroffenen Gebieten sowie möglicherweise in neuen Bereichen weitere Fälle diagnostiziert werden können und betont, dass die geografische Ausbreitung des Virus nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden kann. Aus diesem Grund empfiehlt sie landesweit individuelle Schutzmaßnahmen gegen Mücken für die gesamte Aktivitätsperiode.
Zypern: Vier bestätigte Fälle – Gesundheitsdienste rufen zu Ruhe und Wachsamkeit auf
In Zypern fordern die Gesundheitsdienste Ruhe und Wachsamkeit und betonen, dass es basierend auf den bisherigen Daten keinen besonderen Grund zur Besorgnis über das West-Nil-Fieber gibt.
Der stellvertretende Leiter der Gesundheitsdienste, Herodotos Herodotou, sagte im „Protoselido“-Programm auf SIGMA, dass keine Angst nötig sei, betonte jedoch die Notwendigkeit von Vorsicht und Wachsamkeit, damit die zuständigen Dienste in der Lage sind, auf etwaige Entwicklungen zu reagieren.
Wie er erklärte, wird das Virus durch den Stich einer infizierten Mücke auf Menschen übertragen, und er bemerkte, dass die Gesundheitsdienste seit Jahrzehnten Maßnahmen zur Mückenbekämpfung und zur Bewältigung verwandter Risiken umsetzen. Er stellte zudem klar, dass diese spezielle Mückenart nicht nach Zypern importiert wird, sondern seit vielen Jahren auf der Insel vorkommt.
Vier bestätigte Fälle – zwei in Untersuchung
Die Lage in Zypern bleibt bei vier bestätigten Fällen von West-Nil-Fieber, während weitere zwei Fälle noch untersucht werden.
Laut Herodotou setzen die Gesundheitsdienste die vorgeschriebenen Maßnahmen in den Bereichen fort, in denen Fälle festgestellt werden. Zu den weiteren Aktionen gehören sofortige Sprühungen rund um die Häuser der Patienten, vor Ort Inspektionen und Haus-zu-Haus-Nachverfolgungen.
Entfernung von stehendem Wasser und Eigen‑schutzmaßnahmen
Besonderer Wert wird auf Prävention gelegt, wobei die Hauptempfehlung die Entfernung von stehendem Wasser aus Blumentöpfen, Brunnen, Regenrinnen und anderen Stellen, an denen sich Wasser ansammeln kann, ist, da solche Orte Brutstätten für Mücken werden können.
Zum individuellen Schutz wird die Öffentlichkeit zudem aufgefordert, Fliegengitter zu verwenden, insbesondere in Bereichen, in denen ältere Menschen wohnen, sowie Ventilatoren, die helfen können, Mücken zu reduzieren.


