● LIVEEZB-SATZ 2.4%·EUR/USD 1.1622·EUR/GBP 0.8590·BRUESSEL 15°C — BEWOELKT·ANLEIHERENDITEN STEIGEN WELTWEIT, WARUM FALLEN DIE AKTIEN NICHT?·VON RIESIGEN FERNSEHERN BIS ZU 'JAMES‑BOND‑BRILLEN': TCLS VISION FÜR DIE ZUKUNFT·BARDELLA UNTERSCHREIBT PAKT MIT FARAGE, UM KLEINBOOTÜBERFAHRTEN „FÜR IMMER“ ZU STOPPEN·SENIOR‑EU‑BEAMTE BEKRÄFTIGEN DIE NOTWENDIGKEIT NEUER EUROPAWEITER STEUERN IM NÄCHSTEN HAUSHALT·PASS FÜR EIN NEUGEBORENES: GEBURTS­TOURISMUS ALS TEIL DER NEUEN AUSWANDERUNG RUSSLANDS·IM STILLEN LUXUS‑REVIVAL DES LIDO VON VENEDIG – HEIMAT DES GLITZERNDEN FILMFESTIVALS·WOCHE 40 · N°271·● LIVEEZB-SATZ 2.4%·EUR/USD 1.1622·EUR/GBP 0.8590·BRUESSEL 15°C — BEWOELKT·ANLEIHERENDITEN STEIGEN WELTWEIT, WARUM FALLEN DIE AKTIEN NICHT?·VON RIESIGEN FERNSEHERN BIS ZU 'JAMES‑BOND‑BRILLEN': TCLS VISION FÜR DIE ZUKUNFT·BARDELLA UNTERSCHREIBT PAKT MIT FARAGE, UM KLEINBOOTÜBERFAHRTEN „FÜR IMMER“ ZU STOPPEN·SENIOR‑EU‑BEAMTE BEKRÄFTIGEN DIE NOTWENDIGKEIT NEUER EUROPAWEITER STEUERN IM NÄCHSTEN HAUSHALT·PASS FÜR EIN NEUGEBORENES: GEBURTS­TOURISMUS ALS TEIL DER NEUEN AUSWANDERUNG RUSSLANDS·IM STILLEN LUXUS‑REVIVAL DES LIDO VON VENEDIG – HEIMAT DES GLITZERNDEN FILMFESTIVALS·WOCHE 40 · N°271·
Unabhaengiger Europa-Journalismus — Politik, Macht, Technologie und oeffentliches Leben
Bruessel · Europa
N°271 · Woche 40

The Debate.eu

Montag, 28. September 2026
Gelesen in ganz Europa
Startseite/Europa/Artikel
Europa13. August 2026

West-Nil-Virus-Anstieg in Griechenland, Attika im Epizentrum

Die griechischen Behörden sind besorgt über den Anstieg des West-Nil-Virus im Land, wobei letzte Woche 45 neue einheimisch übertragene Infektionen gemeldet wurden.

West-Nil-Virus-Anstieg in Griechenland, Attika im Epizentrum

Das epidemiologische Bild des West-Nil-Virus in Griechenland hat sich im Sommer 2026 deutlich verschlechtert, wobei die Nationale Gesundheitsorganisation Griechenlands (EODY) innerhalb einer Woche Dutzende neuer Fälle verzeichnete und die besonders intensive Zirkulation des Virus in Attika hervorhob.

Laut dem wöchentlichen epidemiologischen Überwachungsbericht von EODY, mit Daten bis zum 12. August 2026, wurden insgesamt 110 im Inland erworbene Fälle einer West-Nil-Virus-Infektion gemeldet.

Davon betrafen 81 Manifestationen, die das zentrale Nervensystem (ZNS) beeinflussten, wie Enzephalitis, Meningitis, Meningoenzephalitis oder akute schlaffe Lähmung, während 29 Fälle mildere Manifestationen aufwiesen oder keine ZNS-Beteiligung zeigten.

Die Geschwindigkeit, mit der die Fälle zunehmen, ist ein besonderer Grund zur Besorgnis. Allein in der letzten Woche wurden 45 neue im Inland erworbene Fälle diagnostiziert oder gemeldet, ein Wert, der einen erheblichen Anteil aller seit Beginn der diesjährigen Übertragungssaison erfassten Fälle ausmacht.

Neun Todesfälle – sechzehn Patienten auf Intensivstationen

Die Schwere der aktuellen Lage spiegelt sich auch im Zustand der Patienten wider. Bis zum 12. August wurden neun Todesfälle bei Patienten mit West-Nil-Virus-Infektion und ZNS-Manifestationen verzeichnet. Alle Verstorbenen waren über 65 Jahre alt, mit einem Medianalter von 82 Jahren und einer Altersspanne von 66 bis 91 Jahren.

Gleichzeitig befanden sich 35 Patienten noch im Krankenhaus. Davon waren 19 auf normalen Stationen und 16 auf Intensivstationen, während keiner auf einer Hochabhängigkeitsstation war. Insgesamt wurden 61 Patienten entlassen, während fünf der gemeldeten Fälle keine Hospitalisierung benötigten.

Das Alter scheint ein entscheidendes Merkmal der schwereren Fälle zu sein. Das Medianalter der Patienten mit ZNS-Manifestationen beträgt 73 Jahre, obwohl die Fälle ein viel breiteres Altersspektrum von 19 bis 91 Jahren abdecken.

file photo
Dateifoto AP Photo/Thanassis Stavrakis

Das wahre Ausmaß der Infektionen könnte deutlich größer sein

Die 110 laborbestätigten im Inland erworbenen Fälle spiegeln nicht unbedingt die Gesamtzahl der infizierten Personen wider.

EODY erinnert daran, dass laut den Ergebnissen einer seroepidemiologischen Studie von 2010 für jeden einzelnen Fall einer West-Nil-Virus-Infektion mit ZNS-Beteiligung etwa 140 infizierte Personen existieren, die entweder leichte Symptome entwickeln oder asymptomatisch bleiben.

Dies ist ein wichtiger Hinweis bei der Interpretation der offiziellen Zahlen: Die erfassten schweren Fälle stellen nur einen Teil der Gesamtkirculation des Virus in der Bevölkerung dar.

Attika im Epizentrum der diesjährigen Zirkulation

Das geografische Muster ist besonders bemerkenswert, da Attika das Epizentrum der diesjährigen viralen Aktivität bildet.

Bis zum 12. August wurden Fälle in 39 Gemeinden, in 14 Regionalverbänden und in vier Regionen verzeichnet und untersucht: Attika, Thessalien, Zentralmazedonien und die Peloponnes.

In Attika sind Gebiete in Ost-Attika sowie die nördlichen, westlichen, zentralen und südlichen Sektoren Athens und Piraeus betroffen. Außerhalb von Attika wurden Fälle in den Regionalverbänden Karditsa, Larissa, Trikala, Imathia, Thessaloniki, Pella, Serres und Lakonien verzeichnet.

EODY selbst stellt fest, dass insbesondere in der Region Attika in diesem Jahr eine besonders intensive Zirkulation des Virus stattfindet, mit steigenden Fallzahlen in bestimmten Gebieten und Regionalverbänden.

Spata-Artemida und Markopoulo zu den Gebieten mit höherer Belastung

Ost-Attika scheint besonders stark betroffen zu sein.

In der Gemeinde Spata-Artemida wurden 11 Patienten mit ZNS-Manifestationen und zwei ohne solche Manifestationen verzeichnet. In der Gemeinde Markopoulo Mesogaias wurden acht Patienten mit ZNS-Beteiligung und drei ohne gemeldet, während in der Gemeinde Vari-Voula-Vouliagmeni fünf Fälle mit ZNS-Manifestationen und zwei ohne auftraten.

In Pallini gibt es fünf Fälle mit ZNS-Beteiligung, in Agia Paraskevi sechs, in Acharnes drei, in Chalandri drei, in Glyfada drei und in der Gemeinde Athen drei.

Der Anteil schwerer Fälle ist in bestimmten Gemeinden in Ost-Attika besonders hoch. In Markopoulo Mesogaias gibt es 36,8 Fälle mit ZNS-Manifestationen pro 100 000 Einwohner, während in Spata-Artemida die Rate bei 31,5 pro 100 000 Einwohner liegt.

„Hochrisiko“-Gemeinden ohne bisherige Humanfälle

Der Fokus der Gesundheitsbehörden beschränkt sich nicht nur auf Gebiete, in denen bereits Humanfälle verzeichnet wurden.

Auf Basis einer Bewertung epidemiologischer und geomorphologischer Daten wurden weitere Gemeinden als „Hochrisikogebiete“ eingestuft: Kifisia, Iraklio, Filothei-Psychiko und Metamorfosi im Nordsektor Athens, Kallithea und Nea Smyrni im Südsektor, Nea Filadelfeia-Nea Chalkidona und Dafni-Ymittos im Zentralsektor sowie die Gemeinden Amfipoli in Serres, die Heldengemeinde Naousa in Imathia und Delta im Metropolverbund Thessaloniki.

In diesen Gemeinden waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts keine Humanfälle verzeichnet. Ihre Einstufung als Hochrisiko ergibt sich aus Faktoren wie der Nähe zu bereits betroffenen Gemeinden, geomorphologischen Merkmalen sowie aktuellen und historischen epidemiologischen Daten.

file photo
Dateifoto AP Photo/LM Otero

Das Virus wird auch bei Pferden nachgewiesen

Die veterinärmedizinische Überwachung liefert ebenfalls einen Hinweis auf die breitere geografische Zirkulation des Virus.

Bis zum 12. August wurden kürzlich West-Nil-Virus-Infektionen bei Pferden an insgesamt fünf Standorten oder Siedlungen in den Regionalverbänden Ost-Attika, Drama und Preveza sowie im Metropolverbund Thessaloniki verzeichnet.

Wie der Bericht betont, weist der Nachweis einer kürzlichen Infektion bei Pferden ebenfalls auf die Zirkulation des Virus in diesen Gebieten hin.

Erweiterte Überwachung und Untersuchung jedes Falls innerhalb von 24 Stunden

Die Reaktion auf die Situation basiert auf einem erweiterten epidemiologischen Überwachungssystem, das EODY seit 2010 kontinuierlich umsetzt.

Jeder gemeldete Fall wird innerhalb von 24 Stunden untersucht, indem Kontakt zu den behandelnden Ärzten aufgenommen und ein Interview mit dem Patienten geführt wird. Ziel ist es, den wahrscheinlichen Ort der Exposition, Risikofaktoren und die Schwere der Erkrankung zu bestimmen. Bei hospitalisierten Patienten werden der klinische Verlauf und das Endergebnis täglich überwacht.

Es gibt zudem eine tägliche Kommunikation mit Laboren, die Tests für das Virus durchführen, während Unterstützung bei der Laboruntersuchung verdächtiger Fälle und dem Betrieb spezialisierter Labore bereitgestellt wird. EODY hat spezifische Leitlinien für Gesundheitsfachkräfte zur zeitnahen Identifizierung und Untersuchung verdächtiger Fälle herausgegeben.

Im Mai 2026 wurde ein Informationsschreiben an alle Gesundheitseinrichtungen und medizinischen Verbände im Land gesendet, während bei Auftreten von Fällen in bestimmten Gebieten lokale Gesundheitseinheiten zusätzliche dringende Briefings erhalten.

Ebenso werden die Regionen, Gemeinden, Gesundheitsdirektionen, das Gesundheitsministerium, das Ministerium für ländliche Entwicklung und Ernährung sowie das Nationale Blutzentrum über diagnostizierte Fälle und empfohlene Gegenmaßnahmen informiert. Besonderes Augenmerk wird auf die Blut­sicherheit gelegt.

Eine intersektorale Arbeitsgruppe bewertet epidemiologische, entomologische, geomorphologische und weitere verfügbare Daten und definiert die „betroffenen“ und die „Hochrisiko“-Gebiete.

In diesen Gebieten werden die notwendigen Maßnahmen zur Blut­sicherheit vom Nationalen Blutzentrum umgesetzt, während die entsprechende Leitlinie für die Blutdienste des Landes vom Nationalen Zentrum für Blutspenden (EKEA) festgelegt und verbreitet wird.

  • West-Nil-Virus: 21 Fälle in Griechenland, während es sich über Europa ausbreitet

Mückenbekämpfungsprogramme verstärkt

Integriertes Mückenmanagement spielt eine zentrale Rolle in der Prävention und liegt in der Verantwortung der lokalen Behörden.

Im März 2026 erließ das Gesundheitsministerium eine spezifische Rundschreiben zu integrierten Mückenmanagementprogrammen, während der nationale Aktionsplan je nach Risikostufe jedes Gebiets unterschiedliche Interventionen vorsieht.

EODY hat Regionen und Gemeinden um die rechtzeitige Initiierung, ordnungsgemäße Organisation und effektive Umsetzung von Mückenbekämpfungsprogrammen gebeten. Bei Auftreten neuer Fälle erhalten die lokalen Behörden dringende Briefings und werden unter anderem geraten, die Mückenbekämpfungsmaßnahmen zu verstärken und die öffentliche Information auf lokaler Ebene zu stärken.

Gleichzeitig wird der Fortschritt der Mückenbekämpfungsprojekte von Region oder Regionalverband überwacht.

file photo
Dateifoto, Mückensprühung ΑΠΕ-ΜΠΕ

Mückenfallen als Frühwarnsystem

Entomologische Überwachung ist ein Schlüsselelement der Strategie.

EODY installiert in Zusammenarbeit mit anderen Stellen Mückenfallen in verschiedenen Teilen Griechenlands. Die gesammelten Mücken werden auf das Vorhandensein des West-Nil-Virus getestet, wodurch effektiv ein Frühwarnsystem entsteht, bevor oder parallel zum Auftreten von Humanfällen.

Wenn Hinweise auf eine Viruszirkulation in Mücken vorliegen, werden die zuständigen Regionalbehörden sofort informiert, damit gezielte Kontrollmaßnahmen umgesetzt werden können. EODY empfiehlt zudem, die entomologische Überwachung in den weiter betroffenen Gebieten zu intensivieren.

Für 2026 wurde ein erweitertes Netzwerk zur entomologischen Überwachung eingerichtet, mit einer repräsentativen geografischen Verteilung von Probenahmestellen und einer Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Stellen.

Das Virus ist nun in Griechenland etabliert – weitere Fälle zu erwarten

Das Vorhandensein des West-Nil-Virus wird nicht als einmaliges Phänomen betrachtet, das auf diesen Sommer beschränkt ist.

Laut EODY wurden in Griechenland Fälle in den Zeiträumen von 2010 bis 2014 und von 2017 bis 2025 verzeichnet, hauptsächlich in den Sommer- und Herbstmonaten. In der Vergangenheit wurde die Zirkulation des Virus in allen Regionen des Landes dokumentiert.

Das nahezu jährliche Auftreten von Fällen seit 2010 weist laut Bericht darauf hin, dass das West-Nil-Virus in Griechenland, wie in anderen europäischen Ländern, etabliert ist. EODYs Botschaft für die kommenden Wochen ist klar: Die Diagnose weiterer Fälle wird als wahrscheinlich angesehen, sowohl in Gebieten, in denen das Virus bereits zirkuliert, als auch potenziell in neuen Gebieten.

Die geografische Ausbreitung kann nicht mit Sicherheit vorhergesagt werden, da die Epidemiologie des Virus von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Aus diesem Grund gilt der Schutzrat nicht nur für Bewohner von Attika oder für Gemeinden, in denen bereits Fälle verzeichnet wurden.

In seinen Schlussfolgerungen identifiziert EODY drei Hauptpfeiler als die geeignetsten Maßnahmen zur Bekämpfung der Infektion: epidemiologische Überwachung, zeitnahe Umsetzung geeigneter integrierter Mückenbekämpfungsprogramme und individueller Schutz vor Mücken. Gleichzeitig wird anhaltende Wachsamkeit als essenziell erachtet, sowohl bei Gesundheitsfachkräften als auch bei lokalen und nationalen Behörden.

■ ENDEuropa© The Debate 2026