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Kultur28. Juli 2026

Weltmeisterschaft treibt Tourismus an: Norwegen profitiert von Haaland und viralem Wikinger-Trend

Kann sportlicher Erfolg den Tourismus ankurbeln und konkrete wirtschaftliche Gewinne bringen? Norwegen zeigt, dass es möglich ist: Die diesjährige Weltmeisterschaft brachte nicht nur Social-Media-Aufsehen, sondern auch einen deutlichen Anstieg des Reiseinteresses.

Weltmeisterschaft treibt Tourismus an: Norwegen profitiert von Haaland und viralem Wikinger-Trend

Polnische Reisende suchen zunehmend nach Flügen nach Norwegen, und Internetnutzer rufen in großer Zahl Informationen über das Land bei Google ab.

Laut Google Trends ist die Anzahl der Suchanfragen nach dem Stichwort „Norwegen“ im Jahresvergleich um bis zu 200 Prozent gestiegen. Die Daten aus dem Tourismusmarkt sind noch aussagekräftiger. Eine Analyse von Kiwi.com zeigt, dass die durchschnittliche tägliche Anzahl der Suchanfragen nach Flügen von Polen nach Norwegen zwischen dem 1. und 20. Juli um 32,3 Prozent höher lag als im Vorjahr.

Doch der Trend ist global. Das englische Stichwort „Norway“ wurde in diesem Jahr 300 Prozent häufiger bei Google gesucht. Airbnb verzeichnete derweil einen Anstieg der Suchanfragen nach Unterkünften in Norwegen zwischen dem 11. Juni und 12. Juli um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Haaland erweist sich als Magnet für Millionen von Internetnutzern

Norwegens Imagesieg wird vor allem von seiner Nationalmannschaft und ihrem größten Star, Erling Haaland, getragen. Eine Analyse des Instituts für Medienbeobachtung zeigt, dass der Stürmer während der Weltmeisterschaft das größte Wachstum an Instagram-Followern aller Turnier-Teilnehmer verzeichnete – ein Zuwachs von 31,9 Millionen Nutzern.

Heute ist der Norweger der viertbeliebteste aktive Fußballspieler der Welt in sozialen Medien, hinter nur Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Kylian Mbappé. Was die Anzahl der auf Instagram während des Turniers generierten Interaktionen angeht, belegte er Platz drei.

Experten weisen darauf hin, dass seine Art der Kommunikation eine Schlüsselrolle spielte. Statt professionell choreografierter Inhalte postete Haaland kurze Behind-the-Scenes-Videos aus dem Nationalmannschaftscamp, zeigte Alltagssituationen und ging entspannt und selbstironisch mit seinem eigenen Image um.

„Ein Anstieg von fast 32 Millionen Followern in so kurzer Zeit ist vor allem das Ergebnis des Humors und der Authentizität des Norwegers. Internetnutzer belohnen organische Viralität, Behind-the-Scenes-Einblicke und Menschen, die eine gesunde Distanz zu sich selbst wahren. Diese Elemente sorgen dafür, dass sich kurze Videos rasant online verbreiten und spektakuläre Reichweiten erzielen“, sagt Tomasz Lubieniecki, Leiter der Abteilung Medienberichte am Institut für Medienbeobachtung.

Wikinger eroberten das Internet

Das zweite Element, das die Aufmerksamkeit der Internetnutzer auf sich zog, waren die norwegischen Fans. Die markante Geste des kollektiven „Ruderns“, die in Stadien von Tausenden von Anhängern, die hintereinander saßen, ausgeführt wurde, wurde schnell zu einem der Symbole des Turniers.

Videos, die Menschenmengen zeigten, die die Bewegungen von Ruderern nachahmten, verbreiteten sich in sozialen Medien, und die Spieler selbst machten den Spaß mit. Der virale Trend verlagerte sich schnell über die Stadien hinaus und war auf Stadtstraßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln zu sehen.

Dies wurde durch die konsequente visuelle Identität der norwegischen Mannschaft ergänzt. Rückennummern, die als nordische Runen stilisiert waren, eine dominierende rote Farbe und ständige Anspielungen auf Wikinger-Symbolik schufen eine unverwechselbare Botschaft, die gut zum Image der Mannschaft und Haalands selbst passte.

Sport beeinflusst Touristenentscheidungen

Norwegens wachsende Beliebtheit beschränkte sich nicht auf soziale Medien. Auch Wikipedia verzeichnete einen deutlichen Anstieg des Interesses. Der höchste Traffic wurde am 11. Juli gemessen, als Norwegen sein WM-Viertelfinale gegen England bestritt.

Laut Analysten ist besonders bedeutsam, dass der Anstieg der Suchanfragen begonnen hat, sich in konkrete Konsumentscheidungen umzusetzen.

„Hier erkennen wir einen klaren Zusammenhang zwischen dem Sportereignis und den Kauf- und Reiseentscheidungen der Verbraucher. Der entscheidende Punkt ist, dass die Spitzen bei Suchmaschinen und auf Wikipedia sich in Airbnbs Geschäftsdaten und in Analysen des polnischen Tourismusmarktes widerspiegelten. Das zeigt, wie Online-Viralität Reichweite aufbauen kann, die einen echten Wert für das Image und die Wirtschaft eines ganzen Landes hat“, betont Tomasz Lubieniecki.

Der norwegische Fall zeigt, dass große moderne Sportereignisse weit mehr werden als nur Wettkampf auf dem Platz. Wenn die Emotionen der Fans, soziale Medien und authentische Helden des Geschehens geschickt genutzt werden, können sie effektiv die Marke eines Landes aufbauen, dessen Bekanntheit steigern und Touristen zur Reiseplanung anregen.

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