Afrika-Forum für Ernährungssysteme: Kapital dort einsetzen, wo es zählt {Business Africa}
Wie kann Afrika die Lücke zwischen ambitionierten Verpflichtungen und dem Kapital schließen, das nötig ist, um Unternehmen zu skalieren?

Beim Africa Food Systems Forum in Kigali steht eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann Afrika ambitionierte Verpflichtungen zur Transformation der Landwirtschaft in Finanzierungen umwandeln, die tatsächlich die kleinen und wachsenden Unternehmen erreichen, die den Kontinent ernähren?
Während Milliarden Dollar für die landwirtschaftliche Entwicklung mobilisiert werden, hat ein Großteil des Kapitals weiterhin Schwierigkeiten, lokale Agrar‑KMU zu erreichen. Die Herausforderung verschiebt sich zunehmend vom reinen Kapitalaufkommen hin zum Aufbau einer stärkeren Verbindung zwischen Politik, Investoren und den Unternehmen, die Finanzmittel benötigen, um zu expandieren.
Dr. Mallé Fofana, stellvertretende Exekutivdirektorin und Leiterin der Direktion für die Umsetzung von grünem Wachstum beim Global Green Growth Institute, diskutierte die Hindernisse, die internationales Kapital daran hindern, lokale landwirtschaftliche Unternehmen zu erreichen, sowie die notwendigen Schritte, um diese Unternehmen für kommerzielle Kreditgeber attraktiver zu machen.
Ein wesentlicher Teil dieses Prozesses besteht darin, Frühphasen‑Agrar‑KMU bankfähiger zu machen. Die Stärkung von Geschäftsmodellen, die Verbesserung des Finanzmanagements und die Entwicklung investitionsbereiter Unternehmen können dazu beitragen, die Lücke zwischen vielversprechenden landwirtschaftlichen Vorhaben und der benötigten kommerziellen Finanzierung zu schließen.
Blended Finance könnte ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Durch die Kombination öffentlicher oder entwicklungspolitischer Mittel mit privatem Kapital können Blended‑Finance‑Modelle das Risiko für Geschäftsbanken reduzieren und sie ermutigen, mehr an die Landwirtschaft zu verleihen. Für einen Sektor, der nach wie vor für Afrikas Ernährungssicherheit und Wirtschaftswachstum von wesentlicher Bedeutung ist, könnte die Freisetzung dieses Kapitals transformativ sein.
Der Pendelzug von Kinshasa kehrt nach 15 Jahren zurück
In der Demokratischen Republik Kongo findet eine andere Art von Transformation auf den Gleisen statt.
Jahrelang bedeutete das Fortbewegen in Kinshasa, sich durch die berüchtigte Verkehrsüberlastung der Stadt zu kämpfen. Nach etwa 15 Jahren Stillstand fährt der Pendelzug der Hauptstadt nun wieder und bietet den Arbeitenden eine Alternative zu den überfüllten und verstopften Straßen.
Die Rückkehr des Zuges ist eine bedeutende Entwicklung für eine Stadt, in der zuverlässiger öffentlicher Verkehr für das tägliche Leben von Millionen Menschen entscheidend ist. Indem er eine weitere Möglichkeit für Pendler bietet, sich in der Hauptstadt zu bewegen, könnte der Schienenverkehr den Druck auf die Straßen verringern und die Reisen für Arbeitende planbarer machen.
Die Entwicklung erinnert zudem erfreulich daran, dass Fortschritte in der Demokratischen Republik Kongo über die Krisen hinausgehen, die häufig die internationalen Schlagzeilen dominieren. Die Wiederherstellung öffentlicher Infrastruktur wie des Pendelverkehrs kann direkte Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität, Produktivität und die Lebensqualität in schnell wachsenden afrikanischen Städten haben.
Kenia beschleunigt den Übergang zur Elektromobilität
Kenia erlebt ebenfalls einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie Menschen sich fortbewegen.
Steigende Kraftstoffpreise ermutigen Motorradfahrer und Fahrer, Elektrofahrzeuge als erschwinglichere Alternative zu herkömmlichen benzinbetriebenen Transportmitteln in Betracht zu ziehen. Der wachsende Elektromobilitätssektor des Landes wird von einheimischen Herstellern unterstützt, die die Kosten senken und Elektrofahrzeuge einem breiteren Markt zugänglich machen wollen.
Kenia hat einen weiteren Vorteil: seine relativ starke Versorgung mit erneuerbarem Strom. Das schafft die Möglichkeit, dass die Elektromobilität zunehmend mit sauberer Energie betrieben wird, was sowohl die Transportkosten als auch die Emissionen potenziell senken kann.
Für Motorrad‑Taxifahrer und andere gewerbliche Fahrer, die stark von ihren Fahrzeugen für ihren Lebensunterhalt abhängen, könnten geringere Betriebs- und Wartungskosten Elektrofahrzeuge besonders attraktiv machen.
Einheimische Hersteller streben daher an, ein Elektromobilitäts‑Ökosystem aufzubauen, das den spezifischen Bedürfnissen Kenias entspricht und gleichzeitig das Potenzial der erneuerbaren Energien des Landes nutzt.


