Opern-Ikonen oder Vögel? EZB lädt Europäer ein, neue Euro-Banknoten auszuwählen
Die EZB hat zehn Finalisten-Designs für künftige Euro-Banknoten vorgestellt. Die Kultur- und Naturthemen zeigen Leonardo da Vinci, Maria Callas, Beethoven, Marie Curie sowie Vögel, die Europas Artenvielfalt symbolisieren.

Die zukünftigen Euro-Banknoten nehmen Gestalt an, und dieses Mal werden es die europäischen Bürger selbst sein, die das letzte Wort haben. Am Donnerstag stellte die Europäische Zentralbank die zehn Finalisten-Designs vor, aus denen die neuen Banknoten ausgewählt werden.
Mehr als 1.200 Vorschläge wurden geprüft, doch am Ende kristallisierten sich zwei Hauptthemen heraus, die die Identität des Kontinents widerspiegeln: europäische Kultur und der Reichtum der Natur.
Einerseits gibt es Persönlichkeiten, die die Geschichte von Kunst, Musik, Wissenschaft und Literatur geprägt haben. Andererseits gibt es Flüsse und Vögel, die die Grenzen des Kontinents überqueren – Symbole für Europas biologische Vielfalt und die Notwendigkeit, sie zu schützen.
Die EZB eröffnet eine öffentliche Abstimmung über das neue Aussehen des Euro
Die zehn Finalisten-Designs wurden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde vorgestellt, die die Europäer einlud, an der Auswahl des neuen Euro-Aussehens teilzunehmen.
Hier können Sie abstimmen. Für jedes der beiden Themen wurden fünf verschiedene Designs erstellt, die von modernen und minimalistischen Stilen bis hin zu traditionelleren Darstellungen der gewählten Motive reichen. Über eine auf der Website der EZB veröffentlichte Umfrage können Bürger ihre Präferenzen äußern und so die endgültige Entscheidung mitgestalten.
Das Thema „Europäische Kultur“: sechs bedeutende historische Persönlichkeiten
Sollte das Kultur-Thema gewinnen, werden die neuen Banknoten einige der einflussreichsten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte zeigen.
Der 5-Euro-Schein würde Maria Callas zeigen, die berühmte griechisch-amerikanische Sopranistin, die die Opernwelt revolutionierte.
Der 10-Euro-Schein wäre dem deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet, während der 20-Euro-Schein die Wissenschaftlerin Marie Curie ehren würde, Nobelpreisträgerin und Pionierin der wissenschaftlichen Forschung.
Der 50-Euro-Schein würde Miguel de Cervantes darstellen, den Autor von Don Quijote, einem der bedeutendsten Romane der Weltliteratur.
Die höheren Stückelungen würden zwei emblematische Figuren des europäischen Denkens würdigen: Leonardo da Vinci, der auf dem 100-Euro-Schein abgebildet wäre, und Bertha von Suttner, die Friedensnobelpreisträgerin, die für den 200-Euro-Schein ausgewählt wurde.
Der andere Vorschlag: Europas symbolische Vögel
Das alternative Thema konzentriert sich auf die Natur. Jeder Banknoten zeigt eine andere europäische Vogelart vor einer Flusslandschaft, während die Rückseite eine der wichtigsten Institutionen der Europäischen Union abbildet.
Die Serie umfasst den Mauerläufer zusammen mit dem Europäischen Parlament, den Eisvogel mit der Europäischen Kommission, den Bienenfresser neben der Europäischen Zentralbank, den Weißstorch mit dem Gerichtshof der Europäischen Union, den Säbelschnäbler mit dem Europäischen Rat und dem Rat der Europäischen Union sowie schließlich den Basstölpel mit dem Europäischen Rechnungshof.
Wann die neuen Banknoten kommen
Die öffentliche Abstimmung ist einer der Schritte im Prozess, der zur endgültigen Auswahl des neuen Euro-Designs führt. Sobald die Konsultation abgeschlossen und das gewählte Design festgelegt ist, wird die EZB die technischen Schritte zur Produktion der neuen Banknoten einleiten, die voraussichtlich ab Ende 2026 in Umlauf kommen.
Ziel ist es, das Erscheinungsbild der Einheitswährung zu erneuern und dabei eine starke Verbindung zu Europas gemeinsamen Werten zu bewahren: seinem reichen kulturellen Erbe und der natürlichen Umwelt, die alle Mitgliedstaaten vereint.


