Uber reduziert 10 % der weltweiten Belegschaft – größte Entlassungen seit der Pandemie
Uber streicht weltweit 3.300 Stellen, indem es Managementebenen abbaut und Teams zusammenlegt, und erklärt, dass die Einsparungen das Wachstum in Bereichen wie Robotaxis finanzieren sollen.

Uber reduziert etwa 10 % seiner globalen Belegschaft, indem es Managementebenen abbaut, die Zahl kleiner Teams verringert und mehr Mitarbeitende zurück ins Büro holt.
Das Unternehmen sagt, dass die Maßnahme Einsparungen generieren wird, die es in Wachstum und Innovation reinvestieren will. Zudem möchte es mehr in Fahrer, Kuriere und Händler investieren, seine Kerngeschäfte ausbauen und autonome Fahrten entwickeln.
„Eine schlankere Organisation bedeutet klarere Verantwortlichkeiten, schnellere Entscheidungen und mehr Zeit für den Aufbau statt für Koordination“, sagte CEO Dara Khosrowshahi am Mittwoch den Mitarbeitenden.
Laut dem neuesten Geschäftsbericht hatte das Unternehmen Ende 2025 etwa 34.000 Mitarbeitende.
„Uber plant, bis zu 3.300 Stellen, vor allem im Management, abzubauen, um Geld in die Neuausrichtung auf Robotaxis zu lenken“, sagte Danni Hewson, Leiterin der Finanzanalyse bei AJ Bell, in einer Notiz.
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Sie fügte hinzu, dass Uber im Robotaxi‑Markt gegen das zu Alphabet gehörende Waymo und Tesla antritt und gleichzeitig starkem Wettbewerb im Lebensmittel‑Liefergeschäft ausgesetzt ist.
Khosrowshahi sagte, die betroffenen Mitarbeitenden seien bereits informiert worden, mit Ausnahme von Ländern, in denen Uber zunächst lokale Verfahren einhalten muss. In einigen europäischen Ländern könnte die endgültige Zahl der Stellenabbau daher erst nach Abschluss der nach nationalem Arbeitsrecht vorgeschriebenen Konsultationen bekannt sein.
Hewson sagte, Uber hofft auf einen Aufschwung im Lebensmittel‑Liefergeschäft, wenn die im Juli vereinbarte Übernahme des Berliner Unternehmens Delivery Hero abgeschlossen ist. Sie bemerkte jedoch, dass die US‑Operation stärker verbessert werden müsse, da sie gegenüber dem Konkurrenten DoorDash an Boden verloren habe.
„Uber hofft, dass seine große bestehende Kundschaft ihm im Robotaxi‑Vorhaben einen Vorteil verschafft, und hat von Transport for London Genehmigungen erhalten, um mit dem britischen Partner Wayve einen kommerziellen Test zu starten“, sagte Hewson.
Uber wurde 2009 gegründet und entwickelte sich rasch von einer Mitfahrplattform zu einem deutlich breiteren Unternehmen, das zudem Lebensmittel, Einzelhandelsprodukte liefert und Kurierdienste anbietet.
Das Unternehmen ging 2019 an die New‑York‑Börse. Am Donnerstag betrug seine Marktkapitalisierung etwa 157 Mrd. $ (ca. 135 Mrd. €) basierend auf dem Aktienkurs.
Welche Stellen sind gefährdet?
Das größte Risiko betrifft Unternehmenspositionen, die hauptsächlich die Koordination zwischen verschiedenen Teams übernehmen. Uber reduziert zudem die Anzahl der Managementebenen und gibt Managern Verantwortung für größere Mitarbeitenden‑Gruppen.
Ein Uber‑Sprecher sagte, die Zahl der Management‑Positionen würde um 20 % sinken, wobei einige Manager stattdessen in nicht‑leitende Rollen wechseln würden, anstatt das Unternehmen zu verlassen.
Uber erklärte zudem, dass die Zahl der Mitarbeitenden, die mehr als sieben Management‑Ebenen unter dem CEO arbeiten, um 20 % reduziert wurde. Die Anzahl der sogenannten „Mikroteams“, in denen Manager nur ein oder zwei Personen unterstellt haben, wurde fast halbiert.
Diese Zahlen bedeuten nicht, dass jeder Mitarbeitende in diesen Gruppen entlassen wurde. Einige Rollen haben sich geändert, während andere Mitarbeitende nun über eine einfachere Managementstruktur berichten.
Uber fasst zudem seine drei Lieferbetriebsteams – für Restaurants, Einzelhandel und Direktlieferungen – zusammen. Diese Geschäftsbereiche werden künftig in kombinierten Teams auf globaler, regionaler und Länderebene geführt.
Das Unternehmen erklärte, dass die getrennte Führung zu doppelter Arbeit und langsameren Entscheidungen geführt habe. Außerdem werden die Core‑Services‑Engineering‑ und Science‑Teams zusammengeführt.
Die Kürzungen betreffen Uber‑Mitarbeitende, nicht jedoch die Fahrer und Kuriere, die in der Regel als unabhängige Auftragnehmer gelten.
Weniger Büros und Remote‑Stellen
Uber plant zudem, die Mitarbeitenden in einer geringeren Anzahl von Hauptbüros zu bündeln.
Globale Teams werden hauptsächlich in New York und San Francisco konzentriert, während regionale, nationale und Technologie‑Teams von ausgewählten Standorten aus arbeiten.
Die meisten Mitarbeitenden, die vollständig remote arbeiten, werden gebeten, in ein Büro zu ziehen. Zukünftig werden nur noch etwa 1 % der Uber‑Mitarbeitenden vollständig remote arbeiten.
Das Unternehmen wird zudem seine bestehende Hybrid‑Arbeitsregelung strenger durchsetzen. Diese verlangt von den Mitarbeitenden, drei Tage pro Woche im Büro zu arbeiten.
In einer separaten Ankündigung am Mittwoch teilte Uber mit, dass es seine Aktivitäten in Nigeria und Uganda schließt, nachdem es bereits Anfang des Jahres die Geschäfte in Tansania eingestellt hatte.
Der Aktienkurs von Uber stieg, nachdem die Änderungen am Mittwoch angekündigt wurden.


