Vermögen pro Erwachsenen-Rankings: Wie schneidet Europa im Vergleich zu den reichsten Ländern der Welt ab?
Das durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenen in Westeuropa beträgt weniger als die Hälfte des US-Werts. Europäische Länder schneiden beim Medianvermögen besser ab, während die USA deutlich abrutschen.

Das Vermögen pro Person variiert weltweit erheblich, wie der UBS Global Wealth Report 2026 zeigt.
Die USA beherbergen 38,1 % des privaten Vermögens der 56 im Bericht erfassten Länder, die zusammen über 92 % des weltweiten Vermögens ausmachen.
Westeuropa folgt mit 21,9 %, während Osteuropa nur 3,3 % ausmacht.
Durchschnitts- und Medianvermögen pro Erwachsenen unterscheiden sich ebenfalls stark zwischen den Ländern: 18 der weltweit 30 größten Volkswirtschaften beim durchschnittlichen Vermögen pro Erwachsenen liegen in Europa. Beim Medianvermögen sind es 19 Märkte.
Welche Länder sind also die reichsten in Bezug auf das Vermögen pro Erwachsenen? Und wie viel Vermögen pro Erwachsenen haben Europäer?
Stand Ende 2025 führt die Schweiz die globale Top-30-Liste mit einem Durchschnitt von 777.506 € pro Erwachsenen an. Die USA belegen Platz zwei mit 594.651 € (bzw. 696.277 $). Luxemburg (559.170 €) ist das EU-Land mit dem höchsten durchschnittlichen Vermögen pro Erwachsenen.
Hongkong, Australien und Singapur folgen mit über 450.000 €.
Dänemark (446.959 €), Norwegen (363.303 €) und die Niederlande (354.673 €) sind die weiteren europäischen Länder in den Top 10.
Das durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenen liegt auch in Belgien (348.382 €) und Schweden (347.089 €) über der 300.000-€-Marke.
Kein großer Abstand unter Europas größten Volkswirtschaften
Europas fünf größte Volkswirtschaften tauchen ebenfalls in der Liste auf.
Deutschland belegt den höchsten Rang auf Platz 14, während Italien mit Platz 23 das Schlusslicht bildet, doch die durchschnittlichen Vermögenswerte unterscheiden sich nicht allzu stark.
Deutschlands Durchschnitt beträgt 296.023 € gegenüber 238.653 € in Italien. Frankreich folgt mit 291.536 €, dann Spanien mit 261.689 € und das Vereinigte Königreich mit 250.071 €.
Irland (268.312 €), Österreich (239.123 €), Finnland (178.610 €), Portugal (167.188 €), Malta (139.769 €) und Griechenland (122.421 €) sind die weiteren europäischen Länder in der Top-30-Liste.
Das Medianvermögen erzählt eine andere Geschichte
Wenn das Vermögen pro Erwachsenen anhand des Medians statt des Durchschnitts betrachtet wird, ändern sich sowohl die Beträge als auch die Platzierungen erheblich. Der Median ist die mittlere Zahl in einer von niedrig nach hoch (oder hoch nach niedrig) sortierten Liste.
"Der Schluss, den wir ziehen können, ist, dass jeder Markt eine unterschiedliche Vermögensverteilung aufweist und daher je nach betrachtetem Segment der erwachsenen Bevölkerung reicher oder ärmer erscheint", heißt es im Bericht.
Luxemburg führt die globale Medianvermögensliste mit 336.498 € an. Das ist weniger als die Hälfte des höchsten Durchschnittswerts. Belgien belegt Platz zwei, doch das Medianvermögen sinkt auf 236.712 €.
Australien (180.018 €), Neuseeland (176.460 €) und Hongkong (160.533 €) sind ebenfalls in den Top 10 vertreten, wie auch in den Durchschnittsvermögens-Rankings.
Dänemark (174.029 €), die Schweiz (124.310 €) und Norwegen (119.569 €) sind die weiteren europäischen Länder in den Top 10.
Großer Wandel unter Europas fünf größten Volkswirtschaften
Die Platzierungen ändern sich unter Europas fünf größten Volkswirtschaften grundlegend. Italien weist mit 111.881 € das höchste Medianvermögen pro Erwachsenen auf und rangiert weltweit auf Platz 11. Deutschland hingegen hat mit 45.679 € den niedrigsten Wert und belegt weltweit den letzten Platz.
Das Vereinigte Königreich (107.042 €), Frankreich (104.106 €) und Spanien (95.290 €) liegen näher an Italien, wodurch Deutschlands Wert als deutlich niedriger hervorsticht.
Vergleicht man beide Listen, ersetzt Slowenien die VAE im Medianvermögens-Ranking.
Starke Konzentration extremer Vermögen
Die USA rangieren mit 58.927 € auf dem drittletzten Platz, verglichen mit Platz zwei im Durchschnittsvermögens-Ranking. Das ist bei weitem der größte einzelne Absturz in der Liste.
Deutschland fiel ebenfalls um 16 Plätze, von Platz 14 auf Platz 30. Der Absturz beträgt auch in Schweden und Singapur mehr als 10 Plätze.
Diese Länder platzieren sich im Durchschnittsvermögen deutlich höher als im Medianvermögen, was auf eine starke Konzentration extremer Vermögen an der Spitze hinweist.
Japan klettert um 14 Plätze, von Platz 24 auf Platz 10. Malta, Italien, Belgien und das Vereinigte Königreich sind weitere Länder, die in den Median-Rankings deutlich besser abschneiden als im Durchschnitt. Das deutet auf eine breitere und gleichmäßiger verteilte Mittelschicht hin.
Der Bericht betonte, dass das Medianvermögen bekanntermaßen ein genaueres Bild der in der Mitte der Skala vorherrschenden Vermögensniveaus vermittelt.
Dennoch sagen all diese Daten nichts über die Kaufkraft aus.
Betrachtet man größere regionale Zusammenhänge, so haben die USA eindeutig das höchste durchschnittliche Vermögen pro Erwachsenen im Vergleich zu anderen Regionen, einschließlich Europa.
Es beträgt 594.651 € in den USA, während das durchschnittliche Vermögen in Westeuropa weniger als halb so hoch ist. In Westeuropa liegt es bei 287.884 €, in Osteuropa sinkt es auf 53.055 €.


